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  Critics cleines Blog - wie die amerikanische Axt im Waldi
Samstag, 24. April 2010
Der Kindesmißbrauchsskandal der katholischen Kirche ist bei weitem nicht auf Deutschland beschränkt. Weltweit melden sich Opfer zu Wort - in Belgien, Brasilien, Malta, den USA, den Niederlanden oder Irland.

Über die Zölibatsauswirkungen ist schon alles gesagt worden und auch zu der unsäglichen Wagenburgmentalität, die den Opfern durch das Verschweigen noch nachträglich die Schuld zuschiebt. Diskussionen wie jene, ob denn nicht genauso viele Pädophile in der katholischen Kirche wie anderswo zu finden sind, erweisen sich als schlecht kaschierte Ausflüchte, weil nicht der Kindesmißbrauch das kirchenspezifische Problem ist, sondern die Sonderstellung der Priester, die sie von dem üblichen Prozeß der Strafverfolgung abschottet. Die Ursachen sind sekundär, besonders wenn sie so dummdreist als Homosexualität und moderne Lebensweise deklariert werden wie von den Offiziellen der katholischen Kirche.

Historisch interessant ist in dem Zusammenhang, daß anfänglich die pädophilen Priester aus den Kirchenreihen entfernt wurden und erst seit dem 17. Jahrhundert das Deckeln der Vorgänge zur offiziellen Kirchenstrategie erhoben wurde. Hierzu gibt es ein Video von hungrybeast, das in seinem spezifischen Stil erstellt wurde:


DirektKirche

Also alles gut jetzt, weil man so offen darüber spricht? Wohl kaum. Gerade wird wieder ein Fall in Regensburg bekannt, wo das Bistum mittels des berüchtigten Landgerichts Hamburg versucht, einen
Artikel von Regensburg digital über Kindesmißbrauch in der Diözese zu unterbinden. Eine Berichterstattung über den unglaublichen Vorgang kann man bei Stefan Niggemeier finden. Es sei noch erwähnt, daß Prozeßkostenspenden für Stefan Aigner von Regensburg digital benötigt werden. Anonym, Regensburg, 200 Euro. Schluck.

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Samstag, 17. April 2010
Warum sagt einem denn keiner Bescheid, daß sich seit über einem Jahr das neue Videogenre "Literal Music Video" entwickelt hat. Großartiges Konzept, um die Stereotype der Industrie zu hinterfragen. (Weshalb natürlich schon wieder etliche Videos wegen Urheberrechtsverletzungen gesperrt sind. Saudämlich, diese kostenlose Werbung zu unterbinden.)

Hier meine drei Lieblingslieder.

Bonnie Tyler - Total Eclipse of the Heart
"What the effing crap. That angel guy just felt me up!"



Meat Loaf - Anything for Love
"You can tell my electric bill's unpaid."



Air supply - Making Love out of Nothing at All
"She's easily amused and, oh crap, she fell off!"



Wenig überraschend sind alle drei von DasJr, dem Hohepriester des von Dusto McNeato erfundenen Genres. Die Imitatoren sind größtenteils nur schwachbrüstig witzig, weil sie zu viel beschreiben und zu unintelligent kommentieren.
Und warum gibt es noch keine deutschsprachigen Varianten? Man ist doch nicht auf die Originalsprache beschränkt.

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Freitag, 9. April 2010
cc Lyubov

Frühling läßt sein blaues Band
Flattern durch die Lüfte.
Kribbelnd steigen in die Nas'
Aufreizende Düfte.
Streicheln sanft die Augenlider.
Diese sinken sacht hernieder.

Alles Blut im Körper ist
Heiß und voller Wallung.
Zitternd hüpft das Herz herum
Ganz ohne Beschallung.
Falter taumeln durch den Bauch,
Wo viel Feuer, wenig Rauch.

In die Augen Wasser steigt,
Trockenlegt den Munde.
Die umflorten Blicke geben
Von Begehren Kunde.
"Liebe?", fragt des Fremden Mund.
Heuschnupfen der wahre Grund.

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Sonntag, 28. März 2010
funny pictures of cats with captions
ICANHASCHEEZBURGER

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Donnerstag, 25. Februar 2010
Sah es kurzzeitig so aus, als ob die Parteien nach der Wahl zu einer Umkehr in der Debatte zur Kontrolle des Internets bereit seien, stellt sich das mehr und mehr als Vernebelungstaktik heraus. Die schwarzgelbe Ablehnung des Zensursulagesetzes scheint angesichts des Gegenwindes rein populistisch motiviert gewesen zu sein. Denn nun kristallisiert sich heraus, daß man leiderleideraberwas- sollmanmachen gezwungen ist, das Gesetz doch umzusetzen. Die Opposition hat zwar ein Aufhebungsgesetz eingebracht und wie reagiert die Regierung? "Zustimmen kann sie aber naturgemäß nicht." Und einen eigenen Antrag einbringen auch nicht. Entschuldigung, für wie blöde hält man mich eigentlich?

Unterdessen kommen von der CDU Anzeichen, daß das Verfahren ausgebaut werden soll. Den Vogel schießen mal wieder die Piraten ab. Freuen sich, daß sie von Roland Koch zum Kaffee eingeladen wurden und merken nicht mal, daß sie seine ausländerfeindlichen Sprüche unkommentiert kolportieren. Der schlaue Urfin und seine Holzsoldaten. Egal, die sind eh für mich gestorben, da sie kaum politische Reflektionsfähigkeit aufweisen.

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Mittwoch, 24. Februar 2010

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Dienstag, 23. Februar 2010
Ich wollte wirklich nichts über das Gesuppel zu Frau Hegemann schreiben. Sie ist mir egal, als Mensch und als Schriftstellerin, und ich würde ihr Verhalten einfach unter J wie Jugenddummheit abheften. Denn mindestens dumm ist nicht nur, was sie getan hat, sondern auch wie sie auf die Kritik reagiert hat. Aber was soll man von einer Siebzehnjährigen erwarten, wenn die Redaktionsopas Elogen in ihre medialen Bärte mümmeln, weil sie zu verklemmt sind, sich den Schulmädchenreport - Was Eltern nicht für möglich halten anzu- schauen? Eben.

Leider kann ich nicht den Auftritt von Durs Grünbein ignorieren. Büchner-Preisträger Grünbein, wie die FAZ nicht müde wird zu betonen. Der stellt fest, daß das Plagiat gar keine Frage des Rechts und erst recht keine der Gesinnung ist, sondern eine Frage des persönlichen Überwältigtseins. Da hat er aber der Content- verwertungsindustrie eine mächtige Schlappe in der Frage nach dem Urheberrecht geschlagen! Zu dumm wiederum für Robert Henderson, daß sein Richter Fernando J. Gaitan offensichtlich nicht ausreichend überwältigt war und ihn für das Abfilmen von The Dark Knight zwei Jahre ins Gefängnis steckte. Durs Grünbein rät: Nächstes Mal sauberere Kopien produzieren, damit der Richter emotional ausreichend mitgenommen wird.

Aber gut. Von solch profanen Nichtigkeiten müssen unsere nationalen Superdenker wie Durs Grünbein nichts wissen. Schauen wir also auf den Text, das sollte doch wohl das Metier sein, mit dem Leute wie er sich auskennen. Der Plagiatsvorwurf sei nach Grünbein sinnlos, weil: "Es wäre genauso richtig und genauso sinnlos zu sagen, das Auge habe das Protoplasma bestohlen oder die Träne die Elemente, weil sie Chlornatrium enthält." Oha. Das sitzt. Helene Hegemann ist also Auge und Träne zugleich. Aber Protoplasma? Die letzten hundert Jahre verschlafen und deshalb ist der Begriff Zytoplasma nicht ganz so geläufig? Und selbst wenn: Was soll uns das sagen? Die plagiierten Stellen sind Hegemanns inhärenter Anteil gewesen, so wie das Zytoplasma Teil der Zellen des Auges ist? Ganz groß natürlich, wie einem en passant noch die neue chemische Nomenklatur vermittelt wird, nach der Natriumchlorid nun ein bißchen anders heißt. Da spielt es fast schon keine Rolle mehr, daß in der Tränenflüssigkeit das Salz in Lösung geht und deshalb Natrium- und Chloridionen, aber nicht Natriumchlorid, Entschuldigung, Chlornatrium darin zu finden ist.

Aber ich schweife ab, bleiben wir lieber bei den harten Fakten, "die ohne Raum und ohne Atem sind". Oder waren es doch nicht eher Sphären, die ohne Zeit und ohne Gedanken sind? Wer weiß das schon bei einem Buch, "das jenseits der Nachprüfung steht". Warum muß, ach, was sage ich da, darf man auf keinen Fall etwas hier nachprüfen? Genau: Weil "jeder Satz und jeder Dialog durchatmet und durchströmt wird von der Inspiration einer großen Schöpferin". Kein Problem, daß vier Absätze vorher der Plagiatsvorgang noch als träge und tolpatschig bezeichnet wurde - he, ich bin Denker, ich kann mich doch nicht mehr daran erinnern, was ich vor zehn Minuten geschrieben habe! Viel eklatanter ist doch Grünbeins vollkommene Verkennung der Sprachbanalität, die sich zum Beispiel in Hegemanns Replik auf Buchmarkt artikuliert. Was da strömt und atmet, macht nämlich auch aus meiner Supermarktkassiererin eine große Schöpferin.

Offensichtlich haben sich hier zwei gesucht und gefunden. Man weiß nicht, ob Helene Hegemann es nicht letztendlich peinlich ist, wie sich Grünbein an sie ranwanzt. Aber er genießt ihre geistige Nähe. Vermutlich wegen Sätzen wie "Ich bin nur Untermieter in meinem eigenen Kopf." Au fein, denkt sich Grünbein, das geht mir genauso. Schade nur, daß die Wohnung so leer ist.

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