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  Critics cleines Blog - wie die amerikanische Axt im Waldi
Mittwoch, 24. Februar 2010

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Dienstag, 23. Februar 2010
Ich wollte wirklich nichts über das Gesuppel zu Frau Hegemann schreiben. Sie ist mir egal, als Mensch und als Schriftstellerin, und ich würde ihr Verhalten einfach unter J wie Jugenddummheit abheften. Denn mindestens dumm ist nicht nur, was sie getan hat, sondern auch wie sie auf die Kritik reagiert hat. Aber was soll man von einer Siebzehnjährigen erwarten, wenn die Redaktionsopas Elogen in ihre medialen Bärte mümmeln, weil sie zu verklemmt sind, sich den Schulmädchenreport - Was Eltern nicht für möglich halten anzu- schauen? Eben.

Leider kann ich nicht den Auftritt von Durs Grünbein ignorieren. Büchner-Preisträger Grünbein, wie die FAZ nicht müde wird zu betonen. Der stellt fest, daß das Plagiat gar keine Frage des Rechts und erst recht keine der Gesinnung ist, sondern eine Frage des persönlichen Überwältigtseins. Da hat er aber der Content- verwertungsindustrie eine mächtige Schlappe in der Frage nach dem Urheberrecht geschlagen! Zu dumm wiederum für Robert Henderson, daß sein Richter Fernando J. Gaitan offensichtlich nicht ausreichend überwältigt war und ihn für das Abfilmen von The Dark Knight zwei Jahre ins Gefängnis steckte. Durs Grünbein rät: Nächstes Mal sauberere Kopien produzieren, damit der Richter emotional ausreichend mitgenommen wird.

Aber gut. Von solch profanen Nichtigkeiten müssen unsere nationalen Superdenker wie Durs Grünbein nichts wissen. Schauen wir also auf den Text, das sollte doch wohl das Metier sein, mit dem Leute wie er sich auskennen. Der Plagiatsvorwurf sei nach Grünbein sinnlos, weil: "Es wäre genauso richtig und genauso sinnlos zu sagen, das Auge habe das Protoplasma bestohlen oder die Träne die Elemente, weil sie Chlornatrium enthält." Oha. Das sitzt. Helene Hegemann ist also Auge und Träne zugleich. Aber Protoplasma? Die letzten hundert Jahre verschlafen und deshalb ist der Begriff Zytoplasma nicht ganz so geläufig? Und selbst wenn: Was soll uns das sagen? Die plagiierten Stellen sind Hegemanns inhärenter Anteil gewesen, so wie das Zytoplasma Teil der Zellen des Auges ist? Ganz groß natürlich, wie einem en passant noch die neue chemische Nomenklatur vermittelt wird, nach der Natriumchlorid nun ein bißchen anders heißt. Da spielt es fast schon keine Rolle mehr, daß in der Tränenflüssigkeit das Salz in Lösung geht und deshalb Natrium- und Chloridionen, aber nicht Natriumchlorid, Entschuldigung, Chlornatrium darin zu finden ist.

Aber ich schweife ab, bleiben wir lieber bei den harten Fakten, "die ohne Raum und ohne Atem sind". Oder waren es doch nicht eher Sphären, die ohne Zeit und ohne Gedanken sind? Wer weiß das schon bei einem Buch, "das jenseits der Nachprüfung steht". Warum muß, ach, was sage ich da, darf man auf keinen Fall etwas hier nachprüfen? Genau: Weil "jeder Satz und jeder Dialog durchatmet und durchströmt wird von der Inspiration einer großen Schöpferin". Kein Problem, daß vier Absätze vorher der Plagiatsvorgang noch als träge und tolpatschig bezeichnet wurde - he, ich bin Denker, ich kann mich doch nicht mehr daran erinnern, was ich vor zehn Minuten geschrieben habe! Viel eklatanter ist doch Grünbeins vollkommene Verkennung der Sprachbanalität, die sich zum Beispiel in Hegemanns Replik auf Buchmarkt artikuliert. Was da strömt und atmet, macht nämlich auch aus meiner Supermarktkassiererin eine große Schöpferin.

Offensichtlich haben sich hier zwei gesucht und gefunden. Man weiß nicht, ob Helene Hegemann es nicht letztendlich peinlich ist, wie sich Grünbein an sie ranwanzt. Aber er genießt ihre geistige Nähe. Vermutlich wegen Sätzen wie "Ich bin nur Untermieter in meinem eigenen Kopf." Au fein, denkt sich Grünbein, das geht mir genauso. Schade nur, daß die Wohnung so leer ist.

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Sonntag, 24. Januar 2010
Nun weiß ich beim besten Willen nicht, was ein Portfolio Manager macht; ich vermute etwas in der Art "Geld von links nach rechts stapeln". Aber falls man mal auf der Suche nach einer solchen Person ist oder dringend einen Zahnarzt in seiner Umgebung benötigt: Einfach mal die zustimmenden Kommentare zum FAZ-Artikel Alleinerziehende - Die Hätschelkinder der Nation durchforsten. Man muß nicht mal die Kommentare lesen. Die verarmenden benachteiligten Leistungsträger klopfen sich gegenseitig mit positiven Bewertungen auf die virtuellen Schultern.

Update: Kompetenter und ausführlicher hat das paranoide Gesülze mal wieder Weissgarnix kommentiert.

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Samstag, 23. Januar 2010

DirektKelch

Was will uns der Autor mit diesem Symbolbild zu verstehen geben? Wohlgemerkt - nicht euer allseits beliebter cleiner Critic, sondern der Autor des verlinkten Originalartikels. Ist es eine Online-Demonstration für aussterbende Orchideenarten? Mini-Yoga für Anfänger? Postmoderne Bauchrednerperformance, bei der die Handpuppen weggelassen wurden?

Alles weit gefehlt. Der Sinn erschließt sich vermutlich nur dem wohlmeinend Wahnenden. Denn die Bildunterschrift lautet: "Wir sind nun mal auf Gott und seine Hilfe angewiesen." Aha. Man muß offenbar gemeinschaftlich mit den Händen eine Parabolantenne formen, um sein Hilfeersuchen an IHN zu senden. Hoffentlich funktioniert Gottes Babelfisch.

Noch lustiger geht es dann im begleitenden Beitrag zu. Geschenkt, daß der Redateur aus Authentizitätsgründen sich einmal durchs Vornamenlexikon gefräst hat und seine Auffassung inexistenten Leuten (Gottes Ebenbildern?) in den Mund legt. Aber um ein bißchen mehr Konsistenz hätte er sich schon mühen können. Da meint die Anna im Redakteur zum titelgebenden Spruch: "Nein. Das ist kein Bibelvers, sondern eine menschliche Erfindung." Was lernt man eigentlich in den Bibelstunden? Altes Testament, Neues Testament, unterschiedliche Autoren und Entstehungszeiten - sollte das nicht gerade bei Christens bekannt sein? Des Redakteurs innerer Markus mag das wissen, scheint indes aus dem Osten zu kommen: "Nimm dein Geschick selbst in die Hand, warum wartest du auf einen Gott? Und schon ist ein Keil zwischen uns und Gott getrieben." Wer einmal über die Machenschaften des Klassenfeindes informiert wurde, der wittert halt überall Wühl- statt Wohltätigkeit. Christine hingegen scheint der Tarnname eines ehemaligen Bundesarbeitsministers zu sein: "Ich will nichts mit Menschen teilen, die faul sind. Nur wenn jemand bereit ist, selbst mit anzupacken, bin ich bereit zu helfen." Man hofft doch inbrünstig, daß dies die Ärzte bei ihrem nächsten Ohnmachtsanfall beherzigen.

Ein Kompendium des intellektuellen Grauens. Ich würde mich gerne an Bruno halten: "Gott muss einschreiten und uns retten." Mit Wasserwerfern, das fände ich in Ordnung. Aber leider ist es zwei Zeilen später Jesus, der uns helfen soll. Ich bezweifle, daß ich meine Handantenne nach zwei Seiten gleichzeitig ausrichten kann. Vielleicht trete ich doch lieber einer Organisation bei, die aussterbende Orchideenarten rettet.

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Mittwoch, 6. Januar 2010
DirektSteadycam

Das Gute daran: Nun kann 2010 nur noch besser werden.

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Freitag, 2. Oktober 2009
DirektTerroristen

via Spreeblick

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Mittwoch, 30. September 2009
Die Religion befindet sich permanent in Rückzugsgefechten. Immer mehr ihrer ursprünglichen Funktionen wurden säkularisiert und ihre ehemalige Erklärungshoheit wurde durch wissenschaftliche Erkenntnisse massiv bedroht. Die Kulturwissenschaften machen Hinz und Kunst als Religionsersatz aus, mal ist es der Markenfetischismus, mal die Plastische Chirurgie, mal der Weather channel. Ist die Religion ein zukünftiger Dodo?
Nein! Mitten aus der Aufklärung schlägt die Metaphysik zurück! Adorno hat es schon immer gewußt und hier haben wir den Beweis*. Wie das Alien aus Kane herausbricht, so springt uns die neue Religion entgegen aus dem Hort der Rationalität - der Werbung! Aber sehen Sie selbst sofort und konvertieren später:

Direkt Erleuchtung

*Antimetaphysiker würden jetzt kleinlich von "Beispiel" reden, aber die sind auch nicht von Gott persönlich beauftragt worden.

Dies ist ein Update zu Die dunkle Macht der Werbung.

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Mittwoch, 16. September 2009
...dann wäre er stolz auf Frau von der Leyen und das ZDF:

"Ein Journalist hat mich auf Twitter darauf hingewiesen, dass Frau von der Leyen zu solchen Sendungen nur dann erscheint, wenn alle Fragen die gestellt werden, vorher detailliert abgestimmt worden sind.

Es ist deshalb an sich klar, dass solche Fragen, wie ich sie in meinem Beitrag aufwerfe, von vornherein nicht in Betracht kommen. So gaukelt das ZDF den Menschen eine Informationssendung vor, in der sich Politiker den kritischen Fragen von Journalisten und Bürgern stellen. Das ZDF ist damit auch nur Teil einer heuchlerischen Wahlkampfshow."

Thomas Stadler in den Kommentaren seines Artikels Die falschen Propheten der Mediendemokratie

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Sonntag, 30. August 2009
Alle Welt (i.e. die Filmnarren) ist im Banne des Unheimlichen. Ob Fantasy Film Festival oder Fright Fest – man wälzt sich lustvoll im Gedärm und verpasst dem Zombie den Blattschuß. Doch das wirkliche Grauen lauert woanders, im Realen eben. Nein, nicht im Bundestagswahlkampf, der ist dafür zu blutleer. Aber die Macht schminkt sich die Michael Myers Maske rosig und wirft mediale Kamelle unters Volk, damit man vom unschönen Treiben abgelenkt wird. Wer's nicht glaubt, kann sich mit Amerikas neuer Zeltstadtarchitektur oder den afghanischen Kindersklaven in Europa auseinandersetzen.

Doch jedes Instrument läßt sich vielseitig nutzen, erst recht etwas so Mediales wie die Medien. Belegexemplar gefällig? Das Bitfilm Festival, ein reines Internetfestival des animierten Filmes. Ohne Fachjury, nur mit Zuschauerabstimmung. In den meisten Kategorien, in die ich nur mal reingeschnuppert habe, köchelt man doch sehr im eigenen Sud. Bei der 3D Abteilung legt man mehr Wert auf Texturen als auf eine Drehbuchgestaltung, bei Machinima sucht man beständig die Befehlsleiste, um endlich das Geschick der Figuren beeinflussen zu können, und im FX Mix hat man den Eindruck, Svankmajr und Paik würden ein Musikvideo drehen. Ohne nachgedacht zu haben.

Jedoch die Untersektion Politicool weiß zu gefallen. Da wird eine Werbung für das Reiseland Ägypten umgearbeitet, wodurch das erzwungene Bekenntnis zu einer der drei staatlich anerkannten Religionen anprangert wird. Wohlgemerkt angefertigt von einem muslimischen Netzwerk. Zwei Beiträge beschäftigen sich mit der politischen Situation im Iran und spiegeln so die außerordentlich hohe Beteiligung iranischer Menschen im WWW wider. Die Beiträge Du bist ein Terrorist (in Deutschland sicherlich schon aus diversen Blogeinträgen bekannt) und Democracy is... befragen die gegenwärtige Aushöhlung der demokratischen Prinzipien durch die aktuelle Politik. Ahmed and Salim packen den terroristischen Irrsinn in eine Sitcomumgebung. Am besten funktionieren die Witze, wenn das moderne Lebensverständnis der Jugendlichen gegen die mörderische Ideologie ins Feld geführt wird. Bevor sich hier Bedenkenträger melden – ja, ich denke, daß Satire einseitig argumentieren darf. Schlimmer ist hingegen, daß schon nach einigen Episoden die Konstellation nicht mehr viel Neues hergibt.


Im ganzen Wettbewerb ist jedoch am interessantesten der spanische Beitrag Bendito Machine III. Die anderen beiden Teile kann man sich auf der Homepage von Bendito Machine ansehen. Die Kurzfilme verrmitteln das Unbehagen gegenüber der postindustriellen Moderne, beschreiben die Macht der Medien und der Ökonomie, ohne explizit über derlei Mechanismen belehren zu wollen. Die Verfremdung wirkt kleine Wunder der Verunsicherung, kann man das Geschehen doch nicht vollständig rational erfassen. Hierin ähnelt die erzählerische Konstruktion sehr Jim Woodrings Frank, der ebenfalls einer alptraumhaften Logik folgt. Der Animationsstil von Bendito Machine unterstützt ausgeklügelt die Diskrepanz von Moderne und Archaik, erinnert er doch nicht nur an die Scherenschnittfilme Anfang des vergangenen Jahrhunderts, sondern in seinen Bewegungs- abläufen auch an indonesische Wayang Kulit Aufführungen.

Also ein rundum gelungenes Projekt, dem man ohne Reue seine Stimme beim Bitfilmwettbewerb schenken darf. Von der Attitüde des Bendito Machine Projektes könnten sich die meisten Horrorfilme des FFF ruhig mal eine Scheibe abschneiden. Wobei es zumindest bei Filmen wie Pontypool dahingehend vielversprechende Ansätze gibt. Doch davon später mehr.

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Sonntag, 28. September 2008
Auch in dieser Woche gab es bei Saturday Night Life wieder eine Palin-Eröffnung:


Das wäre natürlich alles sehr lustig, hätten die Macher nicht nur so wenig am ursprünglichen Wortlaut ändern müssen. Bei CBS kann man sich Teil I und Teil II des ursprünglichen Interviews ansehen. Kein Wunder, daß mittlerweile selbst konservative Kommentatoren Frau Palin als Bedrohung ansehen - nicht nur in Bezug auf die Wahlchancen der Republikaner.

Dies ist ein Update zu Sexismus und Dinosaurier

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