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Donnerstag, 10. September 2009
am Donnerstag, 10. September 2009, 15:02 im Topic 'Zwischennetz'
Filmforen hat sich gepellt und steckt nun in einer neuen Schlangenhaut. Danke, bekay.
Unter den neuen Features ist offenbar auch eine automatische Spracherkennung. Unangenehm, wenn man sich als Untertan Ihrer Queenheit zu tarnen versucht, aber einem die erstbeste Webseite den harten Akzent so unter die Nase reibt.

Unter den neuen Features ist offenbar auch eine automatische Spracherkennung. Unangenehm, wenn man sich als Untertan Ihrer Queenheit zu tarnen versucht, aber einem die erstbeste Webseite den harten Akzent so unter die Nase reibt.

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Mittwoch, 9. September 2009
am Mittwoch, 9. September 2009, 13:03 im Topic 'Politix & Demokratur'
Wirklich. Ich schwöre nicht nur. Ich habe sogar ein Beweisfoto.

Einigermaßen überraschend ist es so aus der Ferne zu sehen, wie wenig die Leerstellen des symbolischen Wahlkampfes thematisiert werden. Versagen der Regulationsankündigungen des Finanz- sektors? Politische Legitimationskrise des Afghanistaneinsatzes? Das Verschieben der Krisenauswirkung hinter den Wahltag? Die pararanoiden Sicherheitskonzepte der möglichen Schwarz-Gelben-Koalition?
Von den Medien erwarte ich schon gar nichts mehr, da sie sich nahezu ausschließlich in privatwirtschaftlicher Hand oder in Parteinähe von CDU oder SPD befinden. Die werden sicherlich nicht auf die Blinden Flecke der Großen Koalitionäre hinweisen. Wirklich enttäuschend ist aber das Verhalten der ach so allesblickenden Blogger. Ausnahmen wie das Blog weissgarnix, dessen Autoren immer wieder mit ihren Fingern in den offensichtlichen Wunden der Verlautbarungspolitik bohren, bestätigen die Regel. Das Gros der Blogger suhlt sich drei Wochen vor der Wahl in Selbstreferenzialität (ja, das Manifest der Allgemeinplätze ist gemeint), ficht Spiegelkämpfe mit anderen Bloggern aus, die sie immer schon nicht leiden konnten (ja, Don Alphonso ist gemeint) und gefällt sich in ironischer Distanziertheit (ja, Spreeblick ist gemeint). Ohoho, jammert es einem entgegen, der böse böse Wahl-O-Mat führt zu einer Trivialisierung der demokratischen Diskussionskultur. Kein Wort davon, daß man im Ergebnisteil des Wahl-O-Maten auch detailliert die Positionen aller Parteien zu einzelnen Themen nachlesen kann. Aber dazu hätte man sich schließlich erst mal bis zur Auswertung vorkämpfen müssen.
Wer übrigens meint, man müsse nicht mehr zur Wahl gehen, weil seit Monaten die Voraussagen stabil seien, dem sei gesagt, daß man Statistiken benutzen sollte, wie ein Betrunkener einen Laternenpfahl benutzt – zur Stützung, nicht zur Erhellung. Wer will kann sich gerne an der Einparteiendiktatur stützen, die auf Xing vorausgesagt wird.


Einigermaßen überraschend ist es so aus der Ferne zu sehen, wie wenig die Leerstellen des symbolischen Wahlkampfes thematisiert werden. Versagen der Regulationsankündigungen des Finanz- sektors? Politische Legitimationskrise des Afghanistaneinsatzes? Das Verschieben der Krisenauswirkung hinter den Wahltag? Die pararanoiden Sicherheitskonzepte der möglichen Schwarz-Gelben-Koalition?
Von den Medien erwarte ich schon gar nichts mehr, da sie sich nahezu ausschließlich in privatwirtschaftlicher Hand oder in Parteinähe von CDU oder SPD befinden. Die werden sicherlich nicht auf die Blinden Flecke der Großen Koalitionäre hinweisen. Wirklich enttäuschend ist aber das Verhalten der ach so allesblickenden Blogger. Ausnahmen wie das Blog weissgarnix, dessen Autoren immer wieder mit ihren Fingern in den offensichtlichen Wunden der Verlautbarungspolitik bohren, bestätigen die Regel. Das Gros der Blogger suhlt sich drei Wochen vor der Wahl in Selbstreferenzialität (ja, das Manifest der Allgemeinplätze ist gemeint), ficht Spiegelkämpfe mit anderen Bloggern aus, die sie immer schon nicht leiden konnten (ja, Don Alphonso ist gemeint) und gefällt sich in ironischer Distanziertheit (ja, Spreeblick ist gemeint). Ohoho, jammert es einem entgegen, der böse böse Wahl-O-Mat führt zu einer Trivialisierung der demokratischen Diskussionskultur. Kein Wort davon, daß man im Ergebnisteil des Wahl-O-Maten auch detailliert die Positionen aller Parteien zu einzelnen Themen nachlesen kann. Aber dazu hätte man sich schließlich erst mal bis zur Auswertung vorkämpfen müssen.
Wer übrigens meint, man müsse nicht mehr zur Wahl gehen, weil seit Monaten die Voraussagen stabil seien, dem sei gesagt, daß man Statistiken benutzen sollte, wie ein Betrunkener einen Laternenpfahl benutzt – zur Stützung, nicht zur Erhellung. Wer will kann sich gerne an der Einparteiendiktatur stützen, die auf Xing vorausgesagt wird.

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Samstag, 5. September 2009
am Samstag, 5. September 2009, 00:03 im Topic 'Musik liegt in der Luft'
Wenn man sich aufmacht ins Wochenende, denkt man, dies wäre schon immer so gewesen. Das Aufbrezeln. Die Drogen. Das Geldausgeben. Das Elektrogewummer.
Stimmt nicht. Die hier wurden nicht umsonst als Funkpunkgruppe bezeichnet. Passend zum Lied der Ton wie aus einem alten Monokassettenrekorder. Von Mitneidbekundungen der Nichtdabei- gewesenen bitte ich abzusehen.
Stimmt nicht. Die hier wurden nicht umsonst als Funkpunkgruppe bezeichnet. Passend zum Lied der Ton wie aus einem alten Monokassettenrekorder. Von Mitneidbekundungen der Nichtdabei- gewesenen bitte ich abzusehen.
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Donnerstag, 3. September 2009
am Donnerstag, 3. September 2009, 21:41 im Topic 'Zwischennetz'
Ach ja. Was hyperventilierten die deutschen Politiker, als anläßlich der gefälschten Wahlen im Iran eine Web 2.0 Bewegung befähigt war, trotz staatlicher Gewalt die Massen via Facebook, Blogs und Youtube zu mobilisieren. Von einer ganz neuen Politikkultur wurde da gefaselt und von der wahren demokratischen Bewegung, die dem bösen Wolf Diktator die Suppe versalzt.
Schon damals waren die Bruchlinien dieser symbolischen Politik sichtbar; jetzt, aus der Entfernung betrachtet, sind sie es erst recht. Da ist zum einen das vollkommene Desinteresse an den Iranern. Ein iranischer Bekannter beklagte sich sehr, daß die westeuropäischen Regierungen für die guten Wirtschaftsbeziehungen die Demonstran- ten haben hängen lassen. BDI und DIHK stemmen sich seit Jahren gegen ein Embargo und wer auch nur ein bißchen die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte verfolgt hat, der weiß, wer im großen Wirtschafts- und Politikspiel das Primat hat. Kein Wunder, daß man auf EU-Politiker im Iran nicht gut zu sprechen ist.
Aber auch die Freude über Web-Partizipation hält sich bei deutschen Politikern in Grenzen. In den Grenzen des Irans oder Chinas, beispielsweise. In Deutschlands selbst sieht man derlei Sperenzchen nicht so gerne. Wegen 80 Millionen potentieller bombenlegender raubkopierender Kinderficker muss im Internet am besten alles mitstenographiert und auf Unbedenklichkeit hin durchgelesen werden. Ist auch vollkommen berechtigt. Die meisten sexuellen Übergriffe finden nicht mehr im familiären Umfeld statt, die Unterhaltungsindustrie hat ein exquisites Video-On-Demand-System aufgebaut, das aber trotzdem keiner nutzt, und jeden Tag werden in Deutschland Dutzende Terroranschläge verübt. Da muss man schon mal Abstriche am Grundgesetz machen und schließlich weiß der Staat am besten, was gut für seine Bürger ist. Wie man an den qualifizierten Äußerungen des Herrn Schäuble und der Frau von der Leyen zum Thema neue Medien sehen kann.
Weil der Staat sich aber nicht um alles selbst kümmern kann, muss er die Bürger befähigen, manches selbst in die Hand zu nehmen. Nein, nicht der NPD-Mob ist gemeint. Der schadet unserer Außenhandelsbilanz. Ich rede natürlich von außergerichtlichen Streitbeilegungen, vulgo Abmahnungen. Wobei in diesem speziellen Fall das "selbst" eher die Hände von Anwälten sind, was dann auch wiederum nahelegt, wer gewöhnlicherweise Abmahnungen verschickt. Und natürlich auch, wer sie bekommt. Das Problem ist nicht neu, schon anno 2005 versicherte es mir aus dem Hause Zypries, daß man ganz doll daran interessiert sei, das Abmahnunwesen in den Griff zu bekommen. Was ungefähr das gleiche wie die wackeldackelartigen Solidaritätsbekundungen mit den iranischen Demonstranten bedeutete.
Doch zurück zu den Abmahnungen. Üblicherweise hört man gerne das Argument, dies sei doch eine feine Sache, um mit Banalitäten nicht die Gerichte zu überschwemmen, und wenn der Vorwurf ungerechtfertigt sei, dann prozessiere man eben. Nun würde ich gerne mal das Gesicht dieser Web1.0 Menschen sehen, wenn sie an einer roten Ampel mit ihrem Auto halten, es an die Fensterscheibe klopft, sie selbige runterlassen und es ihnen entgegentönt: "Guten Tag! Ich bin Rechtsanwalt Meyer. Sie telefonierten beim Fahren mit ihrem Handy. Das macht 40 Euro und einen Punkt in Flensburg. Außerdem muss ich ihnen eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 140 Euro für meine Aufwendungen berechnen. Möchten Sie bar oder mit Karte zahlen?"
Natürlich könnten diejenigen dann vor Gericht ziehen. Was sie aber vielleicht nicht tun werden, wenn sie sich die Prozeßkosten- abrechnung von Jens Weinreich anschauen. Und der Mann hat den Prozeß in diversen Instanzen gewonnen! Letztlich wird durch diese Praxis faktisch ein Recht des Geldes festgeschrieben. Wem hilft es, daß dies keine neue Erkenntnis ist?
Eine mir bis dato unbekannte Eskalationsstufe ist es aber, daß man Abmahnungen benutzen kann, um unangenehme Wahrheiten zu unterdrücken. Aktueller Anlaß: Spreeblick contra Primacall (Sympathiewichtung) beziehungsweise Primacall contra Spreeblick (Kausalitätswichtung). Spreeblick hatte 2007 ein Interview mit einem Call Center Agent geführt (Merke: Die Berufsbezeichnung ist die Portiersuniform der Postmoderne!). Logischerweise gefiel es Primacall nicht, was da über die Struktur der Kundenaquisition bekannt wurde. Man bat Spreeblick (with a little help of their friends), den Artikel zu löschen; diese nahmen aber nur die inkriminierten Stellen heraus. Was eigentlich schon Entgegenkommen genug ist, da es sich nicht um Meinungsäußerungen, sondern um Tatsachenwiedergaben des interviewten Call Center Agents handelte.
Vermutlich wäre der Artikel danach wie alles im Internet in Vergessenheit geraten. Nun hat aber Primacall Klage gegen Spreeblick eingereicht. Einen Tag nach dem Debakel um Jako vs. Trainer Baade. Der Hegelsche Weltgeist beweist mal wieder ausnehmend Sinn für Humor.
Denn unabhängig davon, wie sich Spreeblick entscheidet – gerichtliches Verfahren oder Entfernung des Artikels, und ich drücke ihnen die Daumen, daß sie heil aus der Sache rauskommen – jetzt wird sich jedermann natürlich nur noch für die Originalvariante des Interviews interessieren. Die findet man bei einfacher Googlesuche als Wikileaks oder im web.archive.org. Wie singt David Bowie so schön? Putting out fire with gasoline. Tja, hätten die Firmenstrategen von Primacall mal die iranischen Blogger befragt, ob ihr Vorgehen sinnvoll ist.
Oder eben Barbra.
Update:Prima gelaufen, Primacall! Jetzt steht der Artikel von Spreeblick in der Googlesuche dank der vielen Verlinkungen auf Platz 2 und jener Artikel von Mein Parteibuch Blog auf Platz 4.
Schon damals waren die Bruchlinien dieser symbolischen Politik sichtbar; jetzt, aus der Entfernung betrachtet, sind sie es erst recht. Da ist zum einen das vollkommene Desinteresse an den Iranern. Ein iranischer Bekannter beklagte sich sehr, daß die westeuropäischen Regierungen für die guten Wirtschaftsbeziehungen die Demonstran- ten haben hängen lassen. BDI und DIHK stemmen sich seit Jahren gegen ein Embargo und wer auch nur ein bißchen die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte verfolgt hat, der weiß, wer im großen Wirtschafts- und Politikspiel das Primat hat. Kein Wunder, daß man auf EU-Politiker im Iran nicht gut zu sprechen ist.
Aber auch die Freude über Web-Partizipation hält sich bei deutschen Politikern in Grenzen. In den Grenzen des Irans oder Chinas, beispielsweise. In Deutschlands selbst sieht man derlei Sperenzchen nicht so gerne. Wegen 80 Millionen potentieller bombenlegender raubkopierender Kinderficker muss im Internet am besten alles mitstenographiert und auf Unbedenklichkeit hin durchgelesen werden. Ist auch vollkommen berechtigt. Die meisten sexuellen Übergriffe finden nicht mehr im familiären Umfeld statt, die Unterhaltungsindustrie hat ein exquisites Video-On-Demand-System aufgebaut, das aber trotzdem keiner nutzt, und jeden Tag werden in Deutschland Dutzende Terroranschläge verübt. Da muss man schon mal Abstriche am Grundgesetz machen und schließlich weiß der Staat am besten, was gut für seine Bürger ist. Wie man an den qualifizierten Äußerungen des Herrn Schäuble und der Frau von der Leyen zum Thema neue Medien sehen kann.
Weil der Staat sich aber nicht um alles selbst kümmern kann, muss er die Bürger befähigen, manches selbst in die Hand zu nehmen. Nein, nicht der NPD-Mob ist gemeint. Der schadet unserer Außenhandelsbilanz. Ich rede natürlich von außergerichtlichen Streitbeilegungen, vulgo Abmahnungen. Wobei in diesem speziellen Fall das "selbst" eher die Hände von Anwälten sind, was dann auch wiederum nahelegt, wer gewöhnlicherweise Abmahnungen verschickt. Und natürlich auch, wer sie bekommt. Das Problem ist nicht neu, schon anno 2005 versicherte es mir aus dem Hause Zypries, daß man ganz doll daran interessiert sei, das Abmahnunwesen in den Griff zu bekommen. Was ungefähr das gleiche wie die wackeldackelartigen Solidaritätsbekundungen mit den iranischen Demonstranten bedeutete.
Doch zurück zu den Abmahnungen. Üblicherweise hört man gerne das Argument, dies sei doch eine feine Sache, um mit Banalitäten nicht die Gerichte zu überschwemmen, und wenn der Vorwurf ungerechtfertigt sei, dann prozessiere man eben. Nun würde ich gerne mal das Gesicht dieser Web1.0 Menschen sehen, wenn sie an einer roten Ampel mit ihrem Auto halten, es an die Fensterscheibe klopft, sie selbige runterlassen und es ihnen entgegentönt: "Guten Tag! Ich bin Rechtsanwalt Meyer. Sie telefonierten beim Fahren mit ihrem Handy. Das macht 40 Euro und einen Punkt in Flensburg. Außerdem muss ich ihnen eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 140 Euro für meine Aufwendungen berechnen. Möchten Sie bar oder mit Karte zahlen?"
Natürlich könnten diejenigen dann vor Gericht ziehen. Was sie aber vielleicht nicht tun werden, wenn sie sich die Prozeßkosten- abrechnung von Jens Weinreich anschauen. Und der Mann hat den Prozeß in diversen Instanzen gewonnen! Letztlich wird durch diese Praxis faktisch ein Recht des Geldes festgeschrieben. Wem hilft es, daß dies keine neue Erkenntnis ist?
Eine mir bis dato unbekannte Eskalationsstufe ist es aber, daß man Abmahnungen benutzen kann, um unangenehme Wahrheiten zu unterdrücken. Aktueller Anlaß: Spreeblick contra Primacall (Sympathiewichtung) beziehungsweise Primacall contra Spreeblick (Kausalitätswichtung). Spreeblick hatte 2007 ein Interview mit einem Call Center Agent geführt (Merke: Die Berufsbezeichnung ist die Portiersuniform der Postmoderne!). Logischerweise gefiel es Primacall nicht, was da über die Struktur der Kundenaquisition bekannt wurde. Man bat Spreeblick (with a little help of their friends), den Artikel zu löschen; diese nahmen aber nur die inkriminierten Stellen heraus. Was eigentlich schon Entgegenkommen genug ist, da es sich nicht um Meinungsäußerungen, sondern um Tatsachenwiedergaben des interviewten Call Center Agents handelte.
Vermutlich wäre der Artikel danach wie alles im Internet in Vergessenheit geraten. Nun hat aber Primacall Klage gegen Spreeblick eingereicht. Einen Tag nach dem Debakel um Jako vs. Trainer Baade. Der Hegelsche Weltgeist beweist mal wieder ausnehmend Sinn für Humor.
Denn unabhängig davon, wie sich Spreeblick entscheidet – gerichtliches Verfahren oder Entfernung des Artikels, und ich drücke ihnen die Daumen, daß sie heil aus der Sache rauskommen – jetzt wird sich jedermann natürlich nur noch für die Originalvariante des Interviews interessieren. Die findet man bei einfacher Googlesuche als Wikileaks oder im web.archive.org. Wie singt David Bowie so schön? Putting out fire with gasoline. Tja, hätten die Firmenstrategen von Primacall mal die iranischen Blogger befragt, ob ihr Vorgehen sinnvoll ist.
Oder eben Barbra.
Update:Prima gelaufen, Primacall! Jetzt steht der Artikel von Spreeblick in der Googlesuche dank der vielen Verlinkungen auf Platz 2 und jener Artikel von Mein Parteibuch Blog auf Platz 4.
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Montag, 31. August 2009
am Montag, 31. August 2009, 20:43 im Topic 'Schattenlichter'
oder:
Darf man auf die historische Genauigkeit in Inglourious Basterds pfeifen?
Darf man auf die historische Genauigkeit in Inglourious Basterds pfeifen?
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Sonntag, 30. August 2009
am Sonntag, 30. August 2009, 19:14 im Topic 'Medien der Massen'
Alle Welt (i.e. die Filmnarren) ist im Banne des Unheimlichen. Ob Fantasy Film Festival oder Fright Fest – man wälzt sich lustvoll im Gedärm und verpasst dem Zombie den Blattschuß. Doch das wirkliche Grauen lauert woanders, im Realen eben. Nein, nicht im Bundestagswahlkampf, der ist dafür zu blutleer. Aber die Macht schminkt sich die Michael Myers Maske rosig und wirft mediale Kamelle unters Volk, damit man vom unschönen Treiben abgelenkt wird. Wer's nicht glaubt, kann sich mit Amerikas neuer Zeltstadtarchitektur oder den afghanischen Kindersklaven in Europa auseinandersetzen.
Doch jedes Instrument läßt sich vielseitig nutzen, erst recht etwas so Mediales wie die Medien. Belegexemplar gefällig? Das Bitfilm Festival, ein reines Internetfestival des animierten Filmes. Ohne Fachjury, nur mit Zuschauerabstimmung. In den meisten Kategorien, in die ich nur mal reingeschnuppert habe, köchelt man doch sehr im eigenen Sud. Bei der 3D Abteilung legt man mehr Wert auf Texturen als auf eine Drehbuchgestaltung, bei Machinima sucht man beständig die Befehlsleiste, um endlich das Geschick der Figuren beeinflussen zu können, und im FX Mix hat man den Eindruck, Svankmajr und Paik würden ein Musikvideo drehen. Ohne nachgedacht zu haben.
Jedoch die Untersektion Politicool weiß zu gefallen. Da wird eine Werbung für das Reiseland Ägypten umgearbeitet, wodurch das erzwungene Bekenntnis zu einer der drei staatlich anerkannten Religionen anprangert wird. Wohlgemerkt angefertigt von einem muslimischen Netzwerk. Zwei Beiträge beschäftigen sich mit der politischen Situation im Iran und spiegeln so die außerordentlich hohe Beteiligung iranischer Menschen im WWW wider. Die Beiträge Du bist ein Terrorist (in Deutschland sicherlich schon aus diversen Blogeinträgen bekannt) und Democracy is... befragen die gegenwärtige Aushöhlung der demokratischen Prinzipien durch die aktuelle Politik. Ahmed and Salim packen den terroristischen Irrsinn in eine Sitcomumgebung. Am besten funktionieren die Witze, wenn das moderne Lebensverständnis der Jugendlichen gegen die mörderische Ideologie ins Feld geführt wird. Bevor sich hier Bedenkenträger melden – ja, ich denke, daß Satire einseitig argumentieren darf. Schlimmer ist hingegen, daß schon nach einigen Episoden die Konstellation nicht mehr viel Neues hergibt.

Im ganzen Wettbewerb ist jedoch am interessantesten der spanische Beitrag Bendito Machine III. Die anderen beiden Teile kann man sich auf der Homepage von Bendito Machine ansehen. Die Kurzfilme verrmitteln das Unbehagen gegenüber der postindustriellen Moderne, beschreiben die Macht der Medien und der Ökonomie, ohne explizit über derlei Mechanismen belehren zu wollen. Die Verfremdung wirkt kleine Wunder der Verunsicherung, kann man das Geschehen doch nicht vollständig rational erfassen. Hierin ähnelt die erzählerische Konstruktion sehr Jim Woodrings Frank, der ebenfalls einer alptraumhaften Logik folgt. Der Animationsstil von Bendito Machine unterstützt ausgeklügelt die Diskrepanz von Moderne und Archaik, erinnert er doch nicht nur an die Scherenschnittfilme Anfang des vergangenen Jahrhunderts, sondern in seinen Bewegungs- abläufen auch an indonesische Wayang Kulit Aufführungen.
Also ein rundum gelungenes Projekt, dem man ohne Reue seine Stimme beim Bitfilmwettbewerb schenken darf. Von der Attitüde des Bendito Machine Projektes könnten sich die meisten Horrorfilme des FFF ruhig mal eine Scheibe abschneiden. Wobei es zumindest bei Filmen wie Pontypool dahingehend vielversprechende Ansätze gibt. Doch davon später mehr.
Doch jedes Instrument läßt sich vielseitig nutzen, erst recht etwas so Mediales wie die Medien. Belegexemplar gefällig? Das Bitfilm Festival, ein reines Internetfestival des animierten Filmes. Ohne Fachjury, nur mit Zuschauerabstimmung. In den meisten Kategorien, in die ich nur mal reingeschnuppert habe, köchelt man doch sehr im eigenen Sud. Bei der 3D Abteilung legt man mehr Wert auf Texturen als auf eine Drehbuchgestaltung, bei Machinima sucht man beständig die Befehlsleiste, um endlich das Geschick der Figuren beeinflussen zu können, und im FX Mix hat man den Eindruck, Svankmajr und Paik würden ein Musikvideo drehen. Ohne nachgedacht zu haben.
Jedoch die Untersektion Politicool weiß zu gefallen. Da wird eine Werbung für das Reiseland Ägypten umgearbeitet, wodurch das erzwungene Bekenntnis zu einer der drei staatlich anerkannten Religionen anprangert wird. Wohlgemerkt angefertigt von einem muslimischen Netzwerk. Zwei Beiträge beschäftigen sich mit der politischen Situation im Iran und spiegeln so die außerordentlich hohe Beteiligung iranischer Menschen im WWW wider. Die Beiträge Du bist ein Terrorist (in Deutschland sicherlich schon aus diversen Blogeinträgen bekannt) und Democracy is... befragen die gegenwärtige Aushöhlung der demokratischen Prinzipien durch die aktuelle Politik. Ahmed and Salim packen den terroristischen Irrsinn in eine Sitcomumgebung. Am besten funktionieren die Witze, wenn das moderne Lebensverständnis der Jugendlichen gegen die mörderische Ideologie ins Feld geführt wird. Bevor sich hier Bedenkenträger melden – ja, ich denke, daß Satire einseitig argumentieren darf. Schlimmer ist hingegen, daß schon nach einigen Episoden die Konstellation nicht mehr viel Neues hergibt.

Im ganzen Wettbewerb ist jedoch am interessantesten der spanische Beitrag Bendito Machine III. Die anderen beiden Teile kann man sich auf der Homepage von Bendito Machine ansehen. Die Kurzfilme verrmitteln das Unbehagen gegenüber der postindustriellen Moderne, beschreiben die Macht der Medien und der Ökonomie, ohne explizit über derlei Mechanismen belehren zu wollen. Die Verfremdung wirkt kleine Wunder der Verunsicherung, kann man das Geschehen doch nicht vollständig rational erfassen. Hierin ähnelt die erzählerische Konstruktion sehr Jim Woodrings Frank, der ebenfalls einer alptraumhaften Logik folgt. Der Animationsstil von Bendito Machine unterstützt ausgeklügelt die Diskrepanz von Moderne und Archaik, erinnert er doch nicht nur an die Scherenschnittfilme Anfang des vergangenen Jahrhunderts, sondern in seinen Bewegungs- abläufen auch an indonesische Wayang Kulit Aufführungen.
Also ein rundum gelungenes Projekt, dem man ohne Reue seine Stimme beim Bitfilmwettbewerb schenken darf. Von der Attitüde des Bendito Machine Projektes könnten sich die meisten Horrorfilme des FFF ruhig mal eine Scheibe abschneiden. Wobei es zumindest bei Filmen wie Pontypool dahingehend vielversprechende Ansätze gibt. Doch davon später mehr.
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Freitag, 21. August 2009
am Freitag, 21. August 2009, 20:20 im Topic 'Schattenlichter'
Au wacka. Fast ein Jahr lang das Blog vernachlässigt. Mal sehen, ob es mich noch lieb hat. Wenn es in der Zwischenzeit, allein, unbeaufsichtigt, einsam, im Internet Kontakt zu zwielichtigen anderen Internetseiten (Yahoo! Facebook!!!) aufgenommen und von diesen evolutionär den Gebrauch von Laseraugen zur Menschheitsvernichtung erlernt haben sollte – meine Musiksammlung kriegt Nemo und meine DVDs vermache ich FunkDogg.
Hm. Also noch ist nichts Schlimmes passiert. Noch. Da will ich die mir verbliebene Zeit nutzen und auf den Youtube-Channel Movies In A Minute verweisen. Wer hätte das gedacht - der Titel ist Programm. Doch der Zusammenschnitt, inklusive Vorspann, Handlung & Abspann, erfolgt derart, daß die Interpretation des Internetkünstlers sichtbar wird. Die sich im günstigsten Fall überhaupt nicht mit der Absicht der Filmemacher deckt. Sei es, um die implizite Moral von Pretty Woman, das peinliche Gesinge von Bette Midler in Beaches, die unterschwellige Homosexualität von Pumping Iron oder die Besetzungscouchstrategie aus Center stage aufzuzeigen. Den Vogel schießt aber der Zusammenschnitt von Philadelphia ab:
You're damn right!
So jetzt habt ihr erst mal wieder ein Jahr Ruhe vor mir.
Oder auch nicht.
Hm. Also noch ist nichts Schlimmes passiert. Noch. Da will ich die mir verbliebene Zeit nutzen und auf den Youtube-Channel Movies In A Minute verweisen. Wer hätte das gedacht - der Titel ist Programm. Doch der Zusammenschnitt, inklusive Vorspann, Handlung & Abspann, erfolgt derart, daß die Interpretation des Internetkünstlers sichtbar wird. Die sich im günstigsten Fall überhaupt nicht mit der Absicht der Filmemacher deckt. Sei es, um die implizite Moral von Pretty Woman, das peinliche Gesinge von Bette Midler in Beaches, die unterschwellige Homosexualität von Pumping Iron oder die Besetzungscouchstrategie aus Center stage aufzuzeigen. Den Vogel schießt aber der Zusammenschnitt von Philadelphia ab:
You're damn right!
So jetzt habt ihr erst mal wieder ein Jahr Ruhe vor mir.
Oder auch nicht.
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