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  Critics cleines Blog - wie die amerikanische Axt im Waldi
Sonntag, 28. September 2008
Auch in dieser Woche gab es bei Saturday Night Life wieder eine Palin-Eröffnung:


Das wäre natürlich alles sehr lustig, hätten die Macher nicht nur so wenig am ursprünglichen Wortlaut ändern müssen. Bei CBS kann man sich Teil I und Teil II des ursprünglichen Interviews ansehen. Kein Wunder, daß mittlerweile selbst konservative Kommentatoren Frau Palin als Bedrohung ansehen - nicht nur in Bezug auf die Wahlchancen der Republikaner.

Dies ist ein Update zu Sexismus und Dinosaurier

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Samstag, 20. September 2008
In Deutschland scheint man immer noch zu denken, daß es sich bei der aktuellen Finanzkrise um ein Problem anderer Leute handelt und die Politik tut mit Unterstützung der Journaille auch alles, um den Glauben daran aufrechtzuerhalten. Dabei sollte den Politikern jetzt schon klar sein, daß die bevorstehende Rezession dramatische Einflüsse auf die Wahlen haben wird. Ein Blick nach Großbritannien, wo die Krise Gordon Brown bereits jetzt jede Hoffnung auf eine Wiederwahl genommen hat, sollte da Klarheit verschaffen.

In Amerika ist man schon einen Schritt weiter und muß sich wohlfeile Geschichten aus den Fingern saugen, um den Leuten die aktuellen Maßnahmen halbwegs glaubhaft reinzuwürgen. Immerhin geht es darum, direkte Auswirkungen auf die Bevölkerung bis hinter die Wahllinie zu verschieben. Schwierig, weil allein die Minimalvariante von 700 Milliarden für die Schuldenübernahmen der faulen Bankkredite jedem Amerikaner mal eben schlappe 2000 Dollar aufhalsen. Gleichzeitig soll die Obergrenze der Staatsverschuldung auf 11.3 Billionen Dollar angehoben werden - ein bißchen weniger als das Bruttoinlandsprodukt von 2007. Für solche Beträge müssen die beliebten Haßsubjekte Wellfare Queens verdammt lange Formulare ausfüllen.

Was aber fällt dem mächtigsten Mann der Welt ein, um die Gesetze dem Wahlvolk schmackhaft zu machen? Zeit zum Nachdenken hatte er, war doch eine Woche lang von ihm und seinen Mannen nichts zu sehen. Here we go: "It’s a big-picture package, because it’s a big problem..." Wenn Bush wüßte, was eine Metapher ist, dann würde er diesen Spruch wohl für eine halten. Jeder andere sieht darin wohl dreist lügendes Simplifizieren, handelt es sich schließlich beim "package" um eine der offensichtlichsten Güterumverteilungsaktionen innerhalb der amerikanischen Geschichte. Aber vielleicht ist Bush trotz seines Images vom Grenzdebilen cleverer als man denkt. Seine Aussage vom 12. Mai 2008 hat schließlich einen gewissen Reflektionsgrad:
"I'll be long gone before some smart person ever figures out what happened inside this Oval Office." (DubyaSpeak.com)

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Der Wahlkampf in den USA nervt, weil es eh nur zwei wenig attraktive Alternativen gibt. Dachten sich offenbar die Macher von Saturday Night Live auch und produzierten den folgenden Sketch für die Eröffnung der neuen Saison:


via newsday.com

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Freitag, 19. September 2008
aus: faz.net

Zur unglaublichen Verworfenheit des Geschehens in dieser Woche (oder je nach Gusto: zur Demaskierung des Gesellschaftssystems) verweise ich an die kompetenteren Blogs. Auffällig ist jedoch, wie hier das Ausmaß der Krise heruntergespielt werden soll, die Realität aber sich ungeachtet redaktioneller Anstrengungen Ausdruck verschafft. Das international verwendete Bild zum Börsenaufschwung als vermeintliches Zeichen der Normalisierung wirkt wie eine Siegespose. Bei zweitem Hinsehen verrät die Körperhaltung jedoch die wahre Natur des Geschehens - ein Strecken der Glieder, bevor es mit dem nächsten Ansturm weitergeht. Hat man heutzutage kein Fotoarchiv mehr?

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Dienstag, 16. September 2008
Gerade letztens habe ich über die Vergabe der Filmförderungsmittel abgelästert. Vollkommen unbeachtet blieb dabei ein zusätzliches Problem, welches sich häufig für Filmemacher stellt - die Schwerfälligkeit der Institutionen. Besonders für Dokumentarfilmer ist es wichtig, schnell auf Ereignisse reagieren zu können. Die bürokratischen Mühlen sind für derlei Projekte nicht ausgelegt.


Sauberkeit ist eben nicht alles

Eine Möglichkeit, um dieses Problem zu umgehen, strebt jetzt das Filmprojekt Mirna an. Innerhalb von nur drei Wochen versucht der Dokumentarfilmer Wolfgang Reinke (Nicht böse sein!), das Geld für eine Dokumentation zusammenzubekommen. Sie soll eine Geschichte erzählen vom Zerreißen Jugoslawiens, von den Geistern der Vergangenheit und dem Leben im Heute.

Dazu bedarf es aber edler Spender. Willkommen ist jeder Betrag, namentliche Erwähnung im Abspann gibt es für Filmpaten jedoch erst ab 50 €.
Und nun bist DU gefordert.

via filmtagebuch

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Donnerstag, 11. September 2008
Copyright Icanhascheezburger

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Mittwoch, 10. September 2008
Ekliges Wort des Monats: Linkfarm

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Heute ist ein internationaler Feiertag. Kein so brauchbarer wie der 21. Juni (Tag des Schlafes) und der 19. September (Sprich-wie-ein-Pirat-Tag), aber dennoch einer, an den man erinnern sollte - Weltsuizidtag. Die Kirchen natürlich mittenmang mit sinnvollen (Ein Tag, an dem man auf ernsthafte Probleme im Umfeld reagieren solle) bis gagaistischen (Suizid ist eine vermeidbare Katastrophe) Mahnungen. Dabei sollte sich es auch bis zu ihnen herumgesprochen haben, daß Leute wie Emile Durkheim oder Edwin Shneidman Kategorien jenseits der Todsündennummer verortet haben. Um einer Welt zu entgehen, die man sich nicht ausgesucht hat und deren Komplexität verhindert, daß man es sich immer nach eigenem Gusto in ihr einrichten kann, bleibt Suizid ein Menschenrecht. Eines, das nicht verschwiegen werden sollte. (s.a. Der Selbstmord von Roger Willemsen)

Nun also nach Roger Willemsen gleich Weltsuizidtag. Wie immer kümmert sich die Welt aber einen Scheißdreck um uns, alles muss man alleine machen. Findige hofften schon auf die Selbstregelung durch Die Teufelsmaschine®, welche heute an den Start geht. Sascha Lobo gibt auf dem Spreeblicktwitterkanal anlässlich des Ereignisses den guten Rat, jetzt Zeuge Jehovas zu werden, verkalkuliert sich aber mit dem Break-Even-Point genauso wie die Todessehnsüchtigen, weil die Betriebstemperatur für die Ernte der Schwarzen Löcher nicht sofort erreicht wird. "Aber vielleicht im nächsten Jahr!", möchte man angesichts dessen in die frohgemute Runde werfen. Ich für meinen Teil finde die Religionsgemeinschaft extrem unattraktiv. Das langfristige Problem der Zeugen Jehovas, dann ewig auf einer Erde weiterleben zu müssen, die einer enorm gesteigerten Gravitationskraft ausgesetzt ist, erscheint mir weniger verlockend als einfach nur tot zu sein.

Wenn sich das mit dem Universumssterben nicht einfach im Selbstlauf erledigt, dann folgen wir dem Kirchenrat und schauen uns um, welche ernsthaften Probleme die Welt so bewegen. Wie immer ist es der Tanz ums Goldene Kalb, der mächtig pressiert. Eine Firma hat ein (in Zahlen: 1) iPhone ausgelobt für denjenigen, der ein bestimmtes Stichwort auf seiner Internetseite platziert und am Ende in der Google-Suchliste ganz oben landet. Abgesehen davon, daß das Ranking von Google manipulierbar ist, ist es unfassbar, wie über Nacht die Suchliste explodiert ist. Gab es gestern abend noch etwa 10 Einträge, sind es heute bereits über 1000. Mit dabei sind illustre Vertreter wie Udo Vetter, dessen lawblog ich ansonsten schätze und von dem man eigentlich annehmen sollte, daß er sich so ein Telefon (schon merkwürdig, wenn man das Ding mal bei seinem richtigen Namen nennt und es so von seinem werbestrategischen Überbau befreit) selbst kaufen kann. Sein Versprechen, den Gewinn partiell mit seinen Lesern zu teilen, mildert zumindest ein wenig meinen Unmut. Aber ich habe sogar überlebt, daß ich dereinst eine arme Wurst ca. 150 handschriftlich ausgefüllte Karten für eine Autoverlosung in den Briefkasten werfen sah. Pech gehabt, Welt, heute musst Du Dich allein entleiben.


Update via toureiro

Quantenknecht hat dem heutigen Tag den schönen Titel "Happy Beam Day" verpaßt - ein schönes Gegengewicht zum mürrisch anmutenden Wort "Weltsuizidtag".

Groovy Gecko hat einen Livestream aus dem Cern eingerichtet. Die ersten Bilder jenseits des Erwartungshorizontes! Wow!


Update 2 via Spreeblick

Für alle, die immer noch voll Furcht sind, wurden Webcams im CERN aufgestellt.


Update 3

Offenbar hat Google selektiv den erwähnten lawblog-Artikel rausgekickt, weshalb der ursprüngliche Beitrag nicht mehr vorhanden ist. Der Gedanke, daß es keinen Gewinner außer dem Ausschreibenden geben wird, liegt nahe und ist gleichermaßen befriedigend wie ekelerregend. Der [Body]count liegt übrigens mittlerweile bei 10.000 Seiten. Arme Irre.

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Samstag, 6. September 2008
Die Auswirkungen von Google für unsere Gesellschaft untersucht Peter Glaser in der taz - und erwähnt Chrome mit keinem Wort. Löblich, denn das Fokussieren auf ein leicht modifizierbares Programm verstellt den Blick auf die langfristigen Veränderungen für die Gesellschaft.

Dieser Beitrag ist ein Update zu Google heißt das neue Microsoft

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Ich kann keine geraden "Weckzeiten" bei meinem Funkwecker einstellen, ich M U S S eine ungerade Zahl wählen. Sprich, 7:30 Uhr geht nicht - es muss dann 7:31 Uhr sein!
Solch liebenswürdige und andere, weniger angenehme, Marotten sind in der Rubrik Das Tableau unserer Ticks der Süddeutschen Zeitung zu finden.
Eine meiner unangenehmeren Auffälligkeiten gehört dort zu den häufiger Genannten. Helfen tut mir das aber nicht.

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