... neuere Einträge
Freitag, 5. September 2008
am Freitag, 5. September 2008, 00:02 im Topic 'Schattenlichter'
Das British Film Institute (BFI) wird 75! Grund zur Freude, ist es doch eine britische Institution, die gleichermaßen der Förderung wie der Archivierung von Filmen verpflichtet ist. Die für Veröffentlichungen ausgewählten Filme und deren Umsetzung auf DVD sind vorbildlich und das Ankündigen eines neuen Prints könnte auch in Deutschland mal die Runde machen.
Leider fällt den Verantwortlichen zur Feier des Tages nichts anderes ein, als nach der Zukunft des Kinos zu fragen. Da kommen dann von den Befragten so außergewöhnliche Antworten wie "Da könnte jetzt jemand mit einer billigen Videokamera draußen rumlaufen und sich letztendlich als größter Regisseur aller Zeiten erweisen" oder "Mich begeistert, daß bewegte Bilder die einzige global funktionierende Sprache sind". Zumindest letzteres ist eine fette Lüge, die ich einem Filmkritiker nicht zugetraut hätte.
Zum Ausgleich kann man immerhin bei einer Wahl mitmachen, welchen Film man mit den zukünftigen Generationen teilen will. Wobei die zukünftigen Generationen in diesem Fall die Kinobesucher des Monats Januar sind, in dem die ersten fünf Nominierten gezeigt werden.
Ganz schön viel Konsensfilme sind nominiert worden, wenn man mich fragt. Interessanter ist da fast schon, wer welchen Film gewählt hat. Von Juliette Binoche hätte ich etwas wie Tarkowskijs Das Opfer erwartet, von Cate Blanchett einen Stalker eher nicht. Ken Loach ist mit einem Werk Jirí Menzels sympathisch wie immer, wohingegen Simon Pegg sich den unwahrscheinlichsten Coenfilm ausgesucht hat. Vielleicht sollte ich mit Sigur Ros gehen und für den verführerischen Valerie and her week of wonders stimmen. Der Film ist übrigens gerade als DVD von Second Run veröffentlicht worden, die den Film neu digitalisiert und ihm eine neue Untertitelung spendiert haben.
Ich würde mal sagen: Das ist die Zukunft des Films.
Leider fällt den Verantwortlichen zur Feier des Tages nichts anderes ein, als nach der Zukunft des Kinos zu fragen. Da kommen dann von den Befragten so außergewöhnliche Antworten wie "Da könnte jetzt jemand mit einer billigen Videokamera draußen rumlaufen und sich letztendlich als größter Regisseur aller Zeiten erweisen" oder "Mich begeistert, daß bewegte Bilder die einzige global funktionierende Sprache sind". Zumindest letzteres ist eine fette Lüge, die ich einem Filmkritiker nicht zugetraut hätte.
Zum Ausgleich kann man immerhin bei einer Wahl mitmachen, welchen Film man mit den zukünftigen Generationen teilen will. Wobei die zukünftigen Generationen in diesem Fall die Kinobesucher des Monats Januar sind, in dem die ersten fünf Nominierten gezeigt werden.
Ganz schön viel Konsensfilme sind nominiert worden, wenn man mich fragt. Interessanter ist da fast schon, wer welchen Film gewählt hat. Von Juliette Binoche hätte ich etwas wie Tarkowskijs Das Opfer erwartet, von Cate Blanchett einen Stalker eher nicht. Ken Loach ist mit einem Werk Jirí Menzels sympathisch wie immer, wohingegen Simon Pegg sich den unwahrscheinlichsten Coenfilm ausgesucht hat. Vielleicht sollte ich mit Sigur Ros gehen und für den verführerischen Valerie and her week of wonders stimmen. Der Film ist übrigens gerade als DVD von Second Run veröffentlicht worden, die den Film neu digitalisiert und ihm eine neue Untertitelung spendiert haben.
Ich würde mal sagen: Das ist die Zukunft des Films.
Permalink (0 Kommentare) Kommentieren
am Donnerstag, 4. September 2008, 14:54 im Topic 'Medien der Massen'
Werbung galt in den Nachkriegsjahren, zumindest in der BRD, als ein wesentlicher Faktor für die Verbesserung der Lebensbedingungen. Die dahinterstehende Ideologie war so simpel wie falsch: Werbung ermögliche den Vergleich zwischen verschiedenen Anbietern und demzufolge die Durchsetzung des besten Produktes. Adam Smiths Hand lebt. Dennoch wurde Werbung bis weit in die Siebziger hinein vom Publikum interessiert beobachtet, unter anderem auch, weil sie Kreativitätsspielwiese war und damit dem Zeitgeist Ausdruck verleihen konnte (s.a. Thomas Grohs filmtagebuch zu Afri Cola).
In den Achtzigern sank mit zunehmender Werbeflut das Interesse daran und das Musikvideo wurde zum dominierenden Sektor, in dem sich künstlerich Ambitionierte ihre Brötchen verdienen konnten. Die ideelle Aufwertung dieser Tätigkeit hat sich mir nie so ganz erschlossen, weil schon zu dieser Zeit Musikgruppen größtenteils Handelswaren der Musikindustrie darstellten. Aber in der Jugendkultur identifiziert man sich eben statt über Chiquita Banana lieber über Bananarama.
Seit den Neunziger brüllt die Kaufmich-Botschaft auf allen Kanälen auf uns ein, so daß sich der allgemeine Tenor breitgemacht hat, Werbung sei böse, böse, ultraböse. Doch wo Schatten ist, da muß auch Licht sein. Was gerne unterschlagen wird, ist der (sicherlich marginale) Anteil an Werbeausgaben, die für kulturelles, soziales oder wissenschaftliches Sponsoring ausgegeben wird. Etliche Veranstaltungen kämen ohne dieses dem früheren Mäzenatentum vergleichbare Verhalten nicht zustande. In der Branche hat sich das Motto "Tue Gutes und berichte darüber" längst etabliert.
Am Schönsten ist es natürlich, wenn der Part "Berichte darüber" so ansehnlich ausfällt wie bei der VW-Kampagne zur Unterstützung des unabhängigen Kinos. Das Konzept ist so simpel wie belustigend - man interpretiert Filmklassiker um und kontextualisiert sie neu. Famose Beispiele sind Toy Story, Lord of the rings oder Die Hard. (E.T. ist auch fein, aber bei Youtube nicht aufzutreiben.)
Mein Favorit bleibt aber immer noch die Interpretation von Ghostbusters:
Youtube Direktverfettung
Ähnlich gelungen ist die Aufforderung von Orange, im Kino bitteschön sein Handy abzuschalten (ebenso wie rechtzeitiges Erscheinen keine Selbstverständlichkeit in Großbritannien). Der tolle Trailer mit Angelica Huston ("ÖÖÖK! Ms. Huston, we've got a problem.") ist leider noch nicht bei Youtube aufgetaucht. Fein sind aber die Varianten mit Patrick Swayze, Roy Scheider, Steven Seagal, Darth Vader und ... äh ... na dem kleinen Hobbit da. Mein Favorit ist aber immer noch Rob Lowe:
Youtube Direktanmache
Wir geben zurück ins Gard Haarstudio.
In den Achtzigern sank mit zunehmender Werbeflut das Interesse daran und das Musikvideo wurde zum dominierenden Sektor, in dem sich künstlerich Ambitionierte ihre Brötchen verdienen konnten. Die ideelle Aufwertung dieser Tätigkeit hat sich mir nie so ganz erschlossen, weil schon zu dieser Zeit Musikgruppen größtenteils Handelswaren der Musikindustrie darstellten. Aber in der Jugendkultur identifiziert man sich eben statt über Chiquita Banana lieber über Bananarama.
Seit den Neunziger brüllt die Kaufmich-Botschaft auf allen Kanälen auf uns ein, so daß sich der allgemeine Tenor breitgemacht hat, Werbung sei böse, böse, ultraböse. Doch wo Schatten ist, da muß auch Licht sein. Was gerne unterschlagen wird, ist der (sicherlich marginale) Anteil an Werbeausgaben, die für kulturelles, soziales oder wissenschaftliches Sponsoring ausgegeben wird. Etliche Veranstaltungen kämen ohne dieses dem früheren Mäzenatentum vergleichbare Verhalten nicht zustande. In der Branche hat sich das Motto "Tue Gutes und berichte darüber" längst etabliert.
Am Schönsten ist es natürlich, wenn der Part "Berichte darüber" so ansehnlich ausfällt wie bei der VW-Kampagne zur Unterstützung des unabhängigen Kinos. Das Konzept ist so simpel wie belustigend - man interpretiert Filmklassiker um und kontextualisiert sie neu. Famose Beispiele sind Toy Story, Lord of the rings oder Die Hard. (E.T. ist auch fein, aber bei Youtube nicht aufzutreiben.)
Mein Favorit bleibt aber immer noch die Interpretation von Ghostbusters:
Youtube Direktverfettung
Ähnlich gelungen ist die Aufforderung von Orange, im Kino bitteschön sein Handy abzuschalten (ebenso wie rechtzeitiges Erscheinen keine Selbstverständlichkeit in Großbritannien). Der tolle Trailer mit Angelica Huston ("ÖÖÖK! Ms. Huston, we've got a problem.") ist leider noch nicht bei Youtube aufgetaucht. Fein sind aber die Varianten mit Patrick Swayze, Roy Scheider, Steven Seagal, Darth Vader und ... äh ... na dem kleinen Hobbit da. Mein Favorit ist aber immer noch Rob Lowe:
Youtube Direktanmache
Wir geben zurück ins Gard Haarstudio.
Permalink (5 Kommentare) Kommentieren
Mittwoch, 3. September 2008
am Mittwoch, 3. September 2008, 23:10 im Topic 'Musik liegt in der Luft'
Ok, ich weiß, daß Joanna Newsom *bread* singt. Aber die Änderung paßt so schön ins Lied, wie selbiges in die Schlüsselszene von The Strangers sich einfügt. Wem nicht ein wohliger Schauer beim folgenden Lied über den Rücken läuft, der muß sich wohl oder übel Bryan Bertinos Film einmal ansehen.
Youtube Direktgänsehaut
Youtube Direktgänsehaut
Permalink (0 Kommentare) Kommentieren
am Mittwoch, 3. September 2008, 22:26 im Topic 'Zwischennetz'
Wow, was für eine Marketingkampagne für Chrome, dessen Vorteile dank Scott McClouds ach so zufällig zu früh verschicktem Comic nun in aller Munde sind. Ist Google jetzt das bösere Monopol als Microsoft geworden? Werden bald alle unsere Personalausweise die Chrome ID zieren? Wird Chromium bald als Potemkinsches Dorf erkennbar werden? Ich weiß das genauso wenig wie die Antwort auf die Frage, ob meine Langeweile angesichts der hyperventilierenden Blogosphäre Teil der Google-Strategie ist.

Für mich ist Chrome einfach ein weiterer Browser, der das bekannte Konzept um einige clevere Ideen bereichert hat und dafür bei einigen Konkurrentenabgekupfert hat Inspirationen eingeholt hat. Inwieweit die verkündete Open Source Struktur Realität ist oder nur marginale Erweiterungen zuläßt, muß die Zukunft erweisen. Ohne AdBlocker kommt mir Chrome jedenfalls nicht ins Haus und solange nicht zweifelsfrei geklärt ist, welche Daten zu welchem Zweck zu Google gesendet werden, bleibe ich bei Firefox mit seinen Extensions galore. Bis 2011 steht offenbar die Finanzierung von Firefox auf festen Füßen und auch sonst sieht Mozillas CEO John Lilly keine Gefahr aus der Google Eigenentwicklung erwachsen. Im wahrscheinlichsten Fall werden in naher Zukunft die besten Ideen in Firefox integriert. Ohne zwingende Gründe werde ich jedenfalls nicht von meinem Rennfuchs umsatteln.
Update: Tap The Hive weisen auf einen seltsamen Passus in den Nutzungsbestimmungen und dessen Konsequenzen hin. Sehr absonderlich.
Update 2: Laut Ars Technica ist die entsprechende Copyrightpassage Google nur beim Kopieren so reingerutscht und wird rückwirkend unwirksam.
Update 3: CNET weist darauf hin, daß selbst nicht abgeschickte Eingaben in Chrome an Google versendet werden können. Diese Funktion ist abschaltbar, wobei dies kein Argument gegen den Vorwurf des Data Minings ist. Der Internet Explorer ist nicht deshalb der meistbenutzte Browser, weil er am besten ist, sondern weil er vorinstalliert ist.
Man muß sich überhaupt fragen, warum die Daten zentral in Googles Rechnern ausgewertet werden müssen und nicht für die Auto-Suggest-Funktion dezentral auf dem heimischen Computer verarbeitet werden. Das ist imho nicht technisch bedingt, sondern auf die Konzeption von Chrome als Datenbeschaffer zurückzuführen (Technisch Versierte dürfen mich gerne eines Besseren belehren). Für mich ist es dabei unbedeutend, ob die jetzigen Mitarbeiter bei Google etwas Gutes oder etwas Böses damit anstellen wollen. Leute sind ersetzbar und Firmenpolitik ist anpaßbar, wenn sie dem Gewinnstreben irgendwann im Weg steht.
Update 4: Einen interessanten Aspekt zu diesem Themenkomplex bringt das agenturblog zur Sprache.

Für mich ist Chrome einfach ein weiterer Browser, der das bekannte Konzept um einige clevere Ideen bereichert hat und dafür bei einigen Konkurrenten
Update: Tap The Hive weisen auf einen seltsamen Passus in den Nutzungsbestimmungen und dessen Konsequenzen hin. Sehr absonderlich.
Update 2: Laut Ars Technica ist die entsprechende Copyrightpassage Google nur beim Kopieren so reingerutscht und wird rückwirkend unwirksam.
Update 3: CNET weist darauf hin, daß selbst nicht abgeschickte Eingaben in Chrome an Google versendet werden können. Diese Funktion ist abschaltbar, wobei dies kein Argument gegen den Vorwurf des Data Minings ist. Der Internet Explorer ist nicht deshalb der meistbenutzte Browser, weil er am besten ist, sondern weil er vorinstalliert ist.
Man muß sich überhaupt fragen, warum die Daten zentral in Googles Rechnern ausgewertet werden müssen und nicht für die Auto-Suggest-Funktion dezentral auf dem heimischen Computer verarbeitet werden. Das ist imho nicht technisch bedingt, sondern auf die Konzeption von Chrome als Datenbeschaffer zurückzuführen (Technisch Versierte dürfen mich gerne eines Besseren belehren). Für mich ist es dabei unbedeutend, ob die jetzigen Mitarbeiter bei Google etwas Gutes oder etwas Böses damit anstellen wollen. Leute sind ersetzbar und Firmenpolitik ist anpaßbar, wenn sie dem Gewinnstreben irgendwann im Weg steht.
Update 4: Einen interessanten Aspekt zu diesem Themenkomplex bringt das agenturblog zur Sprache.
Permalink (0 Kommentare) Kommentieren
Samstag, 23. August 2008
am Samstag, 23. August 2008, 20:11 im Topic 'Musik liegt in der Luft'
Das Schlagstromfestival wurde letztes Wochenende zum fünften Mal im Bermuda-Dreieck von Noise, Industrial und Elektrogewummer gesichtet. Für alle, die selbstverschuldet nicht dabei waren, hier die Fotozusammenstellungen auf flickr und bei den Nachtagenten.
Copyright GAndy_EA
Catholic boys in heavy leather waren neben Beinhaus die Höhepunkte am Freitag
Update: Weitere Fotos sind von der5spezialist bei flickr eingestellt worden.

Copyright der5spezialist
Copyright GAndy_EACatholic boys in heavy leather waren neben Beinhaus die Höhepunkte am Freitag
Update: Weitere Fotos sind von der5spezialist bei flickr eingestellt worden.

Copyright der5spezialist
Permalink (0 Kommentare) Kommentieren
Dienstag, 19. August 2008
am Dienstag, 19. August 2008, 13:01 im Topic 'Schattenlichter'
Das Fantasy Film Fest befindet sich in Berlin im Sinkflug. Zeit also für Die Neue Innerlichkeit und Filme, die große philosophische Fragen aufwerfen. Wer bin ich? Was mache ich hier auf der Erde? Warum gehen mir die anderen Menschen derartig auf den Sack?
Die letzte Frage kann Geirr aus The art of negative thinking (Kunsten å tenke negativt) leicht beantworten. Querschnittsgelähmt hat er sich von der Welt zurückgezogen und kompensiert seine Impotenz mit der Daueransicht von Krawengfilmen. Seine Freundin Ingvild leidet unter seiner selbstgewählten Isolation. Abhilfe soll eine Selbsthilfegruppe schaffen, die von der Psychologin Tori in der Kunst des positiven Denkens unterrichtet wird.
Das große Plus des Filmes ist sein Konzept, der Verlogenheit des Positive Thinkings ins dumme Gesicht zu spucken. Und wie! Beachtlich ist nicht nur die erheiternde Renitenz von Geirr, die bald die ganze Gruppenstruktur aufbricht, sondern auch die Konsequentheit der Filmemacher, nicht die Tiefe der Charaktere aus den Augen zu verlieren. Das Auf und Ab des täglichen Lebens ist nicht deshalb verschwunden, weil man seine Beine nicht mehr bewegen kann. Leider sind manchmal die Übergänge zwischen dem Auf und dem Ab etwas holperig geraten, die Zuspitzung der Situation innerhalb einer Nacht ist der Inszenierung nicht hundertprozentig gelungen. Der Dogmastil, die tollen Schauspieler und unglaublich komische Dialogzeilen machen diesen Mangel teilweise wieder wett. Und keine Bange - Nihilismus ist nicht die Flagge, unter der der Film segelt.
Es raunt schon länger durch die Medien, dass der Asienhype beendet ist. Beredtes Zeugnis dafür legt Mad Detective (Sun taam) ab. Ein schizophrener Cop kann die „inneren Persönlichkeiten“ der Menschen sehen. Aha. Bei einem Polizisten, der vermutlich seinen Kollegen umgebracht hat, sieht er sogar sieben Anteile. Sieben Todsünden. Huiuiui. Wie tiefsinnig. Wenn er sich lange genug einbuddelt, dann hat er sogar Visionen vom Tathergang. Soso.
Nun bin ich prinzipiell bereit, auch dem kompliziertesten Filmprinzip zu folgen. Wenn es in sich kohärent ist und eine Aussage tätigt, die anderweitig nicht erzielt werden kann. Johnny Tos Mad Detective hat nichts davon. Die bildliche Referenz auf die “inneren Persönlichkeiten” der Protagonisten ist weder psychodynamisch noch metaphorisch sinnvoll, sondern einfach eine oberflächliche visuelle Spielerei. Die aber dem FFF-Publikum ausreichte und mit viel Gekicher (ja, Halluzinationen sind schon eine lustige Sache) bedacht wurde. Konsequent dann wenigstens, dass die Bildgestaltung kaum an einen Tatort heranreicht. Wahrscheinlich waren alle guten Kameramänner in die Olympiavorbereitungen einbezogen.
Eine wahre Wohltat war danach Sean Ellis’ The Brøken. Ein unterkühlter Grusler, der seine Geschichte umkreist wie ein Hai einen Ertrinkenden. Macht es etwas, dass man die Auflösung zehn Meilen gegen den Wind riecht? Nicht die Bohne, wenn der Film so fein die Entfremdung in blaugraue Bilder packt und das Geschehen auf der Tonspur andeutet. Er hat einige der befremdlichsten Bildkompositionen seit langem und wenn der Film mal zuschlägt, dann aber richtig. Nicht mal die Tatsache, dass ich Lena Headey, die Hauptdarstellerin, unsympathisch fand, konnte mir den Film vermiesen. Auch nicht selbstverständlich heutzutage – man hat nicht das Ende auf Deibel komm raus massenkompatibel gemacht. Wenn man mir noch eine Erklärung abgeben könnte, was der Film auf der metaphorischen Ebene erzählen will, dann wäre ich rundum zufrieden. Muß aber auch nicht sein.
Die letzte Frage kann Geirr aus The art of negative thinking (Kunsten å tenke negativt) leicht beantworten. Querschnittsgelähmt hat er sich von der Welt zurückgezogen und kompensiert seine Impotenz mit der Daueransicht von Krawengfilmen. Seine Freundin Ingvild leidet unter seiner selbstgewählten Isolation. Abhilfe soll eine Selbsthilfegruppe schaffen, die von der Psychologin Tori in der Kunst des positiven Denkens unterrichtet wird.
Das große Plus des Filmes ist sein Konzept, der Verlogenheit des Positive Thinkings ins dumme Gesicht zu spucken. Und wie! Beachtlich ist nicht nur die erheiternde Renitenz von Geirr, die bald die ganze Gruppenstruktur aufbricht, sondern auch die Konsequentheit der Filmemacher, nicht die Tiefe der Charaktere aus den Augen zu verlieren. Das Auf und Ab des täglichen Lebens ist nicht deshalb verschwunden, weil man seine Beine nicht mehr bewegen kann. Leider sind manchmal die Übergänge zwischen dem Auf und dem Ab etwas holperig geraten, die Zuspitzung der Situation innerhalb einer Nacht ist der Inszenierung nicht hundertprozentig gelungen. Der Dogmastil, die tollen Schauspieler und unglaublich komische Dialogzeilen machen diesen Mangel teilweise wieder wett. Und keine Bange - Nihilismus ist nicht die Flagge, unter der der Film segelt.
Es raunt schon länger durch die Medien, dass der Asienhype beendet ist. Beredtes Zeugnis dafür legt Mad Detective (Sun taam) ab. Ein schizophrener Cop kann die „inneren Persönlichkeiten“ der Menschen sehen. Aha. Bei einem Polizisten, der vermutlich seinen Kollegen umgebracht hat, sieht er sogar sieben Anteile. Sieben Todsünden. Huiuiui. Wie tiefsinnig. Wenn er sich lange genug einbuddelt, dann hat er sogar Visionen vom Tathergang. Soso.
Nun bin ich prinzipiell bereit, auch dem kompliziertesten Filmprinzip zu folgen. Wenn es in sich kohärent ist und eine Aussage tätigt, die anderweitig nicht erzielt werden kann. Johnny Tos Mad Detective hat nichts davon. Die bildliche Referenz auf die “inneren Persönlichkeiten” der Protagonisten ist weder psychodynamisch noch metaphorisch sinnvoll, sondern einfach eine oberflächliche visuelle Spielerei. Die aber dem FFF-Publikum ausreichte und mit viel Gekicher (ja, Halluzinationen sind schon eine lustige Sache) bedacht wurde. Konsequent dann wenigstens, dass die Bildgestaltung kaum an einen Tatort heranreicht. Wahrscheinlich waren alle guten Kameramänner in die Olympiavorbereitungen einbezogen.
Eine wahre Wohltat war danach Sean Ellis’ The Brøken. Ein unterkühlter Grusler, der seine Geschichte umkreist wie ein Hai einen Ertrinkenden. Macht es etwas, dass man die Auflösung zehn Meilen gegen den Wind riecht? Nicht die Bohne, wenn der Film so fein die Entfremdung in blaugraue Bilder packt und das Geschehen auf der Tonspur andeutet. Er hat einige der befremdlichsten Bildkompositionen seit langem und wenn der Film mal zuschlägt, dann aber richtig. Nicht mal die Tatsache, dass ich Lena Headey, die Hauptdarstellerin, unsympathisch fand, konnte mir den Film vermiesen. Auch nicht selbstverständlich heutzutage – man hat nicht das Ende auf Deibel komm raus massenkompatibel gemacht. Wenn man mir noch eine Erklärung abgeben könnte, was der Film auf der metaphorischen Ebene erzählen will, dann wäre ich rundum zufrieden. Muß aber auch nicht sein.
Permalink (0 Kommentare) Kommentieren
Montag, 18. August 2008
am Montag, 18. August 2008, 17:44 im Topic 'Schattenlichter'
Schwarze und weiße Punkte tanzen in mattem Licht über den Bildschirm. Zwei Schritte rechts, ein Schritt nach links, halbe Drehung, Auslöschung. Es könnten die Schritte eines israelischen Punks in den Achtziger Jahren zu PILs This is not a love song sein. Oder die letzten Zuckungen eines von Kugeln durchsiebten Körpers. Im Moment aber nur die zufälligen Bewegungen in einem Fernseher, die sich in den Augen der Frau widerspiegeln. Sie jedoch sieht weder Schwarz noch Weiß, sondern nur Grau. Das schmutzige Grau der Straße, auf der sich ein Flüchtlingstreck bewegt. Müde Beine schlurfen über den Boden, den Staub aufwirbelnd. Der Hunger hat sich im Gedärm eingenistet und schon die Muskeln bis auf die Knochen abgenagt. Zuviel nahm er manch jungem Wesen, das am Wegesrand den Bäumen nun als Dünger dient. Doch weiter schleppt sich unter fader Sonne der Zug. Eine Bewegung fährt durch ihn wie Wind durch ein Getreidefeld. Zwei Schritte rechts, ein Schritt nach links, halbe Drehung. Die zufälligen Bewegungen ersterben auf nacktem Acker. Stumm umringt die Gruppe ein totes Pferd. Seine steifen Beine ragen wie Wegweiser in den Himmel. Fliegen waren schon vor den Menschen da. Viel früher, wie die Maden beweisen.
Hunde. Das erste, was man in Ari Folmans Film Waltz with Bashir sieht, sind Hunde. Eine Meute, auf wilder Hatz durch die Stadt, alles niederrennend. Ein Traum nur. Ein Alptraum eher. Denn die 26 Hunde sind tot. Getötet im Libanon vom Israeli Boaz Buskila, der seinen Freund Folman nach dessen Kriegserinnerungen befragt. Seltsamerweise weiß Folman nahezu nichts mehr über die damalige Zeit, obwohl er an der Besetzung Süd-Libanons und der Unterstützung der libanesischen Phalangisten in Sabra und Shatila beteiligt war. Er nimmt uns Zuschauer deshalb mit auf die rote Backsteinstraße der Erinnerung, trifft alte Freunde, ehemalige Soldaten seiner Einheit und damalige Kriegskorrespondenten. Stück für Stück reißt er die Mauer des Vergessens ein, die ihn und seine Landsleute zwar vor der bitteren Wahrheit schützt, aber sie auch zu Symptomträgern des kollektiven Vergessens werden lässt.
Das Vorgehen des Filmes ist leichterhand als Gesprächstherapie abzustrafen. Man träfe damit sicherlich ins Schwarze. Andererseits aber auch nicht, da im Film das soziopsychologische Problem verhandelt wird, welche Narben das Militär in den jungen Seelen hinterlässt. Dies ist eine der Perfidien des Krieges – die grauenhaften Geschehnisse werden denjenigen ins Gedächtnis gebrannt, die sich besonders schlecht dagegen abgrenzen können. Häufig unfähig, ihre Schuld- und Ohnmachtsgefühle zu artikulieren, kranken sie an den Erlebnissen und tragen die unterdrückten Erinnerungen in die nächste Generation, wo sie in neuen Gewalttätigkeiten Ausdruck finden. Ein fataler Kreislauf, den man gerade im Konflikt Israel - Palästinenser durchbrechen muss. Das heroische Abfeiern der Freilassung von Samir Qantar sind erneute Mahnung, dass Schweigen und Vergessen das Gegenteil von Zukunft sind.

Die Messer zusammenklappend, setzen sich die Menschen wieder in Bewegung. Zwei Schritte vor, halbe Drehung der Sonne nach rechts. Sie berührt am Horizont das jetzt noch kahlere Feld. Ausgelöscht das beißende Gefühl im Bauch. Das Grollen kommt nur noch von fernen Einschlägen, die Kanonenblitze gleichen einem Wetterleuchten. Wild winden sich schwarze und weiße Punkte auf dem Auge der Frau. Zwei Schritte rechts, ein Schritt nach links, Auslöschung auf der schwarzen Pupille in der Mitte. Kein Bild des Pferdekadavers dort.
Die Kontinente des Todes und des Lebens trennt ein unüberwindbarer Graben. Manchmal sind wir gezwungen in diesen Abgrund zu schauen. Dann umfängt der Abgrund uns und lässt uns nie wieder los.
Permalink (0 Kommentare) Kommentieren
Freitag, 15. August 2008
am Freitag, 15. August 2008, 21:56 im Topic 'Schattenlichter'
Kennt eigentlich noch jemand das Wort Gegenwart? Soziologen beklagen wohl zurecht, dass unsere Gesellschaft nur noch in der Imitation der Vergangenheit oder der Antizipation der Zukunft leben würde, wodurch sich die Gegenwart in Auflösung befände. Die drei Filme des zweiten FFF-Tages waren unter verschiedenen Aspekten ein Ausdruck dieses Zustandes.
In Dorothy Mills wird ein Mädchen einer kleinen irischen Inselgemeinschaft verdächtigt, ein Baby malträtiert zu haben. Eine Psychologin soll den Fall untersuchen und die Zurechnungsfähigkeit des Kindes ermitteln. Schnell wird klar, dass die Psychologin nicht gern gesehen ist auf der Insel, weil man Probleme, wie eben mit einem offensichtlich psychisch gestörten Mädchen, lieber innerhalb der ruralen Sippschaft löst und nichts nach außen dringen lassen will. Aber hat das Mädchen vielleicht tatsächlich einen Kontakt zum Jenseits? Immerhin geschehen Dinge, die nicht mit logischem Denken vereinbar sind.
Der Film besticht anfangs vor allem durch seine ruhige Erzählweise, die die getragene Stimmung alter Geisterfilme heraufbeschwört. Nicht zufällig gemahnt Agnès Merlets Film unter anderem an Rillas The village of the damned. Je weiter der Film voranschreitet, umso mehr wird auch seine innere Struktur erkennbar. Bestechend ist daran einerseits die gelungene Herausarbeitung der Tragik des Geschehens, andererseits die Eloquenz der Erzählstrategie. Deren Gerüst würde in sich zusammenbrechen, wenn die beiden Hauptdarstellerinnen nicht glaubwürdig ihre Rollen dem Zuschauer präsentieren könnten. Aber gerade Jenn Murray beweist in der titelgebenden Figur eine beeindruckende Flexibilität ihrer Ausdrucksmöglichkeiten.
How to get rid of the others (Hvordan vi slipper af med de andre) zeigte mal wieder deutlich, daß der Tod vielleicht ein Meister aus Deutschland ist, Sarkasmus aber ein Meister aus Dänemark. Die Extrapolation des Stammtischgesülzes von den Sozialschmarotzern ist in Klarlunds Film in eine gelungene Form gegossen, die manchmal hysterisches Lachen, meist aber stilles Grauen produziert. Die Konsequenzen des utilitaristischen Nützlichkeitsfaktors menschlichen Lebens wurden sauber herausgearbeitet. Ein wenig problematisch fand ich das beständige Antesten der Zuschaueraffirmation für diese Dystopie. Hier hätte imho im Drehbuch eine Absage an das Geschehen Not getan. Aber vielleicht unterschätze ich auch den Intellekt der Zuschauer. Und auch wenn Dogma offiziell tot ist – es ist einfach die adäquate Form für diese Art von Gesellschaftsexperimenten. Die Lebendigkeit und Lebensechtheit der Figuren bleibt unerreicht. Insofern hat Klarlund gut daran getan, sich diesem Stil verpflichtet zu fühlen.
Eine Enttäuschung war dann Afro Samurai. Der Anime, in dem der Held den Tod seines Vaters mit dem Schwert rächen will, hatte gute Ansätze. Die Gangsta-Attitüde von Afro Samurai und seinem Begleiter wussten zu gefallen, auch wenn das Prinzip schon mal grundsätzlich in Goyôkiba (Hanzo the razor) anzutreffen war. Auch die Vermischung von altmodischen und modernen Elementen hatte seinen Reiz. Leider war dieser nach einem Drittel der Laufzeit aufgebraucht. Der Abzählreim der Todesliste war zu schematisch, um noch dem Thema etwas Neues abgewinnen zu können. Ein großes Manko war die Choreographie der Kämpfe, die viel zu schnell geschnitten waren, um als Zuschauer eine Ahnung vom (teilweise originellen) Geschehen zu bekommen. Da konnte leider auch der Soundtrack von RZA das große Gähnen nicht mehr aufhalten.
In Dorothy Mills wird ein Mädchen einer kleinen irischen Inselgemeinschaft verdächtigt, ein Baby malträtiert zu haben. Eine Psychologin soll den Fall untersuchen und die Zurechnungsfähigkeit des Kindes ermitteln. Schnell wird klar, dass die Psychologin nicht gern gesehen ist auf der Insel, weil man Probleme, wie eben mit einem offensichtlich psychisch gestörten Mädchen, lieber innerhalb der ruralen Sippschaft löst und nichts nach außen dringen lassen will. Aber hat das Mädchen vielleicht tatsächlich einen Kontakt zum Jenseits? Immerhin geschehen Dinge, die nicht mit logischem Denken vereinbar sind.

How to get rid of the others (Hvordan vi slipper af med de andre) zeigte mal wieder deutlich, daß der Tod vielleicht ein Meister aus Deutschland ist, Sarkasmus aber ein Meister aus Dänemark. Die Extrapolation des Stammtischgesülzes von den Sozialschmarotzern ist in Klarlunds Film in eine gelungene Form gegossen, die manchmal hysterisches Lachen, meist aber stilles Grauen produziert. Die Konsequenzen des utilitaristischen Nützlichkeitsfaktors menschlichen Lebens wurden sauber herausgearbeitet. Ein wenig problematisch fand ich das beständige Antesten der Zuschaueraffirmation für diese Dystopie. Hier hätte imho im Drehbuch eine Absage an das Geschehen Not getan. Aber vielleicht unterschätze ich auch den Intellekt der Zuschauer. Und auch wenn Dogma offiziell tot ist – es ist einfach die adäquate Form für diese Art von Gesellschaftsexperimenten. Die Lebendigkeit und Lebensechtheit der Figuren bleibt unerreicht. Insofern hat Klarlund gut daran getan, sich diesem Stil verpflichtet zu fühlen.
Eine Enttäuschung war dann Afro Samurai. Der Anime, in dem der Held den Tod seines Vaters mit dem Schwert rächen will, hatte gute Ansätze. Die Gangsta-Attitüde von Afro Samurai und seinem Begleiter wussten zu gefallen, auch wenn das Prinzip schon mal grundsätzlich in Goyôkiba (Hanzo the razor) anzutreffen war. Auch die Vermischung von altmodischen und modernen Elementen hatte seinen Reiz. Leider war dieser nach einem Drittel der Laufzeit aufgebraucht. Der Abzählreim der Todesliste war zu schematisch, um noch dem Thema etwas Neues abgewinnen zu können. Ein großes Manko war die Choreographie der Kämpfe, die viel zu schnell geschnitten waren, um als Zuschauer eine Ahnung vom (teilweise originellen) Geschehen zu bekommen. Da konnte leider auch der Soundtrack von RZA das große Gähnen nicht mehr aufhalten.
Permalink (0 Kommentare) Kommentieren
Donnerstag, 14. August 2008
am Donnerstag, 14. August 2008, 01:29 im Topic 'Schattenlichter'
Fantasy Filmfest 2008 in Berlin. Als Startschuß diente Terra. Viel Vorschußlorbeeren, unter anderem wegen des knuffigen gleichnamigen Kurzfilms. Dabei hätte man sich die eherne Kinoregel „Aufgeblasene Kurzfilme werden was mit X“ vorher noch mal ins Gedächtnis rufen sollen. Zu spät.
Fangen wir mit dem positiven Aspekt an. Die Animationen sind größtenteils hervorragend. Ausnahmen bilden die Gummigesichter, aber die Bewegungen von Körpern und Objekten gefallen, weil man ihnen Trägheit und Schwerkraft verpasst hat. Wobei im Konzept der Körper bereits das wesentliche Manko des Filmes sichtbar wird – allzu offensichtliche Gut-Böse-Schemata, die in jedes Bild eingehämmert wurden und dadurch eine Spannung wie bei einer ausgetrockneten Qualle erzeugen. Die gutmütige biomorphe und die böse technomorphe Welt. Gähn. Noch platter sind nur die getrockneten Blütenblätter der blauen Blume. Um das Image von Superduperutopia nicht anzukratzen, werden für die repetitive „Warum können wir alle nicht einfach miteinander leben“ Botschaft die Problemlösungen meist im Off erzeugt. Vermutlich um zu kaschieren, dass diese physikalisch unglaubwürdig sind.
So weit, so tolerierbar. Aber dann als Hauptziel das böseböse Militär anvisieren, als ob nicht der millionenfache Leichtsinn unseres täglichen Umgangs mit der Natur einen viel größeren Schaden anrichtet, ist einfach dumm. So ein Skript kann ich im Vollrausch mit meinen Ellenbogen tippen. Die Krone setzt aber dem Ganzen die lustbetonte Zelebrierung der militärischen Schlachten auf, nicht zufällig Star Wars zitierend. Man komme mir nicht mit similia similibus curentur. Dafür stimmte die Dosierung nicht.
Wenn ich den Film zusammenfassen sollte, würde ich ihn vielleicht mit Hippiescheiße umreißen. Andererseits – ich kenne auch nette Hippies.
Fangen wir mit dem positiven Aspekt an. Die Animationen sind größtenteils hervorragend. Ausnahmen bilden die Gummigesichter, aber die Bewegungen von Körpern und Objekten gefallen, weil man ihnen Trägheit und Schwerkraft verpasst hat. Wobei im Konzept der Körper bereits das wesentliche Manko des Filmes sichtbar wird – allzu offensichtliche Gut-Böse-Schemata, die in jedes Bild eingehämmert wurden und dadurch eine Spannung wie bei einer ausgetrockneten Qualle erzeugen. Die gutmütige biomorphe und die böse technomorphe Welt. Gähn. Noch platter sind nur die getrockneten Blütenblätter der blauen Blume. Um das Image von Superduperutopia nicht anzukratzen, werden für die repetitive „Warum können wir alle nicht einfach miteinander leben“ Botschaft die Problemlösungen meist im Off erzeugt. Vermutlich um zu kaschieren, dass diese physikalisch unglaubwürdig sind.
So weit, so tolerierbar. Aber dann als Hauptziel das böseböse Militär anvisieren, als ob nicht der millionenfache Leichtsinn unseres täglichen Umgangs mit der Natur einen viel größeren Schaden anrichtet, ist einfach dumm. So ein Skript kann ich im Vollrausch mit meinen Ellenbogen tippen. Die Krone setzt aber dem Ganzen die lustbetonte Zelebrierung der militärischen Schlachten auf, nicht zufällig Star Wars zitierend. Man komme mir nicht mit similia similibus curentur. Dafür stimmte die Dosierung nicht.
Wenn ich den Film zusammenfassen sollte, würde ich ihn vielleicht mit Hippiescheiße umreißen. Andererseits – ich kenne auch nette Hippies.
Permalink (0 Kommentare) Kommentieren
... ältere Einträge




