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  Critics cleines Blog - wie die amerikanische Axt im Waldi
Sonntag, 10. August 2008
Sie verursachen neue Arten von Sucht, lassen die Merkfähigkeit unseres Gedächtnisses verkümmern und belasten die Umwelt durch ihre Stromabhängigkeit - Computer. Nicht mehr wegzudenken aus unserem alltäglichen Leben, werden negative Effekte ihrer Anwesenheit häufig ausgeblendet. Um so schöner, daß Stefan Höltgen seine Telepolis-Reihe Heim-Computer, die sich der Repräsentation des Computers im Film widmet, mit der Auflösung von Privatsphäre durch den Einzug der Rechenmaschinen in die heimischen vier Wände beginnt. Besonders freut natürlich, daß er den feinen Colossus: The Forbin Project an den Anfang seiner Betrachtungen stellt. Stay tuned!

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Dienstag, 29. Juli 2008
Bisher ging ich davon aus, daß das Internet mit seiner offenen Struktur ein Hort des Wahren, Guten und Schönen sei. Sollte ich mich etwa geirrt haben? Ist es gar nicht die erhoffte flauschige Blümchenwiese mit darauf tanzenden Elfen, sondern nur ein weiterer Tummelplatz für menschliche Abartigkeiten wie Gier, Egoismus und Musikantenstadl?

Ich fürchte fast. Da gibt es die Internetseite des sympathischen, aber relativ unbekannten Schauspielers Tugg Speedman. Der schwere Weg vom Maskottchen-Cheerleader zu einem markanten Charakterdarsteller ist seinem Gesicht eingeschrieben, das Härte, aber nicht Verhärtung (innere) ausstrahlt. Sein großes Herz zwingt ihn, sich für die Erhaltung der Pandas einzusetzen. Denn er weiß: Erst stirbt der Panda, dann der Teddybär. Sein Verständnis von den menschenverbindenden Qualitäten des Internets ("Ich sehe diese Webpage als eine Brücke, die meine Fans über all den Schmutz schreiten lässt, den das Internet über mich verbreitet.") öffnet das Herz jeden Bloggers.

Aber was machen dreiste, hochbezahlte Plagiatoren aus dieser zutiefst ehrlichen und dadurch bewegenden Internetseite? Eine armselige Imitation, die zynischer in ihrem coregableichen Grinsen kaum sein könnte, die den Fans frech ins Gesicht spuckt, indem sie Interesse an jenen heuchelt, und die mit dem Erwähnen von wirklichen Persönlichkeiten wie Paul Newman versucht, sich interessant zu machen. Schon klar, daß man sich das alles leisten kann, wenn man genug Kohle hat. Aber ich sage standhaft:

SO NICHT, TOM CRUISE!

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Sorgenfreie Südseeparadiese wie Haiti

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Montag, 28. Juli 2008
Die Achtziger Jahre waren musikalisch gesehen eine schwere Zeit; nicht gerade arm an guilty pleasures, wobei meist die Betonung auf guilty lag. Schlimme modische Vergehen kombiniert mit simpler Popmusik. Ich könnte jetzt natürlich nachträglich was zurechtlügen, warum man damals so seltsam aufgebrezelte Nichtskönner wie die Thompson Twins gut fand. So etwas in der Art, daß man im Innersten voll systemkritisch "So perhaps I should leave here" mit dem Wörterbuch übersetzt hat und das Ganze auf die DDR übertragen hat. War aber nicht so. In Wirklichkeit wollte man extrem unpraktikable Klamotten wie diese riesige Schirmmütze in den Modefarben mausgrau/himmelblau haben. Vermutlich um den toten Biber, den man sich nach dem Vorbild des Sängers auf den Kopf gelegt hat, zu verbergen.
Vielleicht konnte man auch nur seinen miserablen Englischunterricht leichter mit dieser Band aufpolieren, da man hier, im Gegensatz zu meinetwegen den Ramones oder Sex Pistols, beim dritten Mal Anhören den Text zusammenhatte. Wer weiß. Auf jeden Fall, wichtig in jener Zeit der pubertären Körperunsicherheit, waren die Thompson Twins nicht so grottenhäßlich wie A Flock of Seagulls.



YouTube Direktklammern

Von ganz anderem Kaliber waren die Eurythmics. Eine meine ersten aus Ungarn mitgebrachten Platten war Sweet Dreams (Are Made of This) und der androgynen Ausstrahlung von Annie Lennox bin ich auch in den weiteren Jahren gerne erlegen. Natürlich vor allem heimlich, mein Indie-Umfeld hatte andere Präferenzen und beäugte das britische Duo vor allem argwöhnisch wegen deren kommerziellen Erfolgen.
Ein Lied, das bei mir immer noch seine Wirkung wie damals entfaltet, ist You have placed a chill in my heart. Ein Bekannter beknurrte die Ausstrahlung des Videos damals mit "Jetzt kann schon jeder Junkie als Musiker ins Fernsehen kommen." Muss sicherlich nicht dazu gesagt werden, daß er eine famose Karriere als Traktorist hinter sich hatte. Vor sich übrigens auch. Essentiell beim Video ist jedenfalls, daß Annie Lennox nicht nur den abgewrackten Look von Joy Division anfangs imitiert, sondern am Ende auch die hysterische Hausfrau mimt. Einer meiner Allzeitfavoriten, den sie in Beethoven noch ausbaut. Was sie wohl heute macht? Lieber nicht nachsehen. Stattdessen: Halten Sie sich jetzt an Ihren Liebsten fest!


YouTube Direktjunkie

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Sommerzeit, Reisezeit. Da entdecke ich für die Vorbereitungen gerade noch rechtzeitig dieses Online-Tool. Die Auflösung der Karten ist nicht optimal, aber die wesentlichen touristischen Attraktionen sind verzeichnet. Hoffentlich haben sie die kulinarische Infrastruktur in den letzten Jahren etwas verbessert. Ich hörte, daß man sich bisher die Hacken krumm lief, um wenigstens einen Imbißstand zu finden.
Wobei ich gerade sehe, daß der Strand dort nicht wirklich aus feinkörnigem Sand besteht. Vielleicht also doch lieber wieder wie jedes Jahr nach Malle.

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Da Judith Bonesky bei der Bildzeitung arbeitet, rechne ich nicht damit, daß ein Bericht von ihr irgendwas mit der Realität zu tun hat. Daß dann aber die frei erfundene Geschichte nicht mehr als eine weitere Wendygeschichte für Zwölfährige ist, macht die Sache noch einen Zacken erbärmlicher als das übliche Gequarke in dieser, nennen wir es heute mal so, Zeitung.

Kein Trost übrigens, daß es diesmal Barack Obama traf.

via Bildblog

Update 29.7.: Mittlerweile ist der Bericht aus der Online-Ausgabe der Bildzeitung verschwunden. Gegenöffentlichkeit oder juristischer Druck vom Herrn Senator? Da darf jeder nach seiner Facon mit der Erklärung seines Vertrauens glücklich werden.

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Mittwoch, 23. Juli 2008
Im letzten Science-Magazin, einem der beiden größten Zeitschriften für die interdisziplinäre wissenschaftliche Kommunikation, ist ein Artikel zu den Auswirkungen der Online-Verfügbarkeit von Zeitschriftenartikeln zu finden. Im Gegensatz zu der Erwartung, daß man nun mehr Möglichkeiten hätte, sich Zeitschriftenartikel zu besorgen, und sich ergo breiter und umfassender informieren könnte, kommt der Science-Artikel zum Schluß, daß weniger und vor allem nur noch jüngere Artikel zitiert würden. Es käme also durch die Einführung der Online-Zeitschriften mehr und mehr zu einer Art wissenschaftlichen Tunnelblick.

So interessant Evans' These, der ich weitestgehend als Zeitphänomen zustimmen würde, auch ist, so angreifbar ist ihre Beweisführung. Zuallererst, weil sie indirekt ist. Sie zeigt eine Korrelation zwischen Aufkommen der Online-Journale und zeitlicher/thematischer Fokussierung der Zitierung in wissenschaftlichen Beiträgen. Dies ist nicht schlüssig im Sinne eines Kausalzusammenhanges. Nimmt man den Abstand Sonne – Alpha Centauri der letzten hundert Jahre und setzt das in Beziehung zur Menge des erzeugten Stromes auf der Erde, so ergibt sich eine feine Korrelation. Nichtsdestotrotz ist die Stromerzeugung nicht von der Ausdehnung des Weltalls direkt beeinflusst, sondern beides sind einfach Phänomene der Zeit. So ähnlich ist es imho auch mit der Verengung wissenschaftlicher Zitierweise. Andere Ursachen als die Einführung der Online-Journale sind für diese veränderte Zitierweise verantwortlich, sie treten nur zeitgleich mit dieser Einführung auf.

Ein wesentlicher Aspekt ist sicherlich die zeitgleiche Einführung von Suchmaschinen für Datenbanken, die schnelleren Zugang zu den Artikeln als früher ermöglichen. Wer sich außerdem heutzutage in einem Gebiet neu einarbeitet, macht sich nicht die Mühe, die Basisliteratur zu lesen, sondern nimmt den erstbesten (i.e. in der Reihenfolge der Präsentation: den jüngsten) Review zur Hand, der natürlich auch den Fokus auf die jüngsten Artikel legt.
Ein anderes Phänomen ist die Inkonstanz der wissenschaftlichen Nomenklatur. Wenn ich heute einen Artikel zu einem bestimmten Protein suche, dann werde ich die älteren Basisarbeiten gar nicht mehr finden, da sich zwischenzeitlich die Bezeichnung desselben Eiweißmoleküls dreimal verändert hat. Ein richtiggehendes Problem, da damit auch Wissen verloren geht und wieder neu erarbeitet werden muß.
Den größten Einfluß auf die von Evans beschriebenen Prozesse würde ich aber in gesellschaftlichen Prozessen sehen. Zum einen wird vermehrt die Güte eines Artikels nicht an seinem Inhalt gemessen, sondern an der Beliebtheit der Zeitschrift, in der sich der Artikel befindet. Diese Beliebtheit drückt sich im sogenannten Impact Factor aus, der den Forschern bekannt ist. Sie werden also versuchen, in Zeitschriften zu veröffentlichen, die hohe Impact-Faktoren haben und auch vor allem Artikel dieser Zeitschriften zitieren, um die Bedeutsamkeit der eigenen Arbeit zu untermauern. Dieser Trend wird sich in Zukunft noch verstärken, wenn, wie bereits abzusehen, statt des Impact-Faktors der Citation-Index zur Bewertung der wissenschaftlichen Arbeit herangezogen wird. Dabei wird berechnet, wie häufig eine Arbeit zitiert wird. Logisch, daß kleine Gebiete, auf denen nur zehn Leute arbeiten, keinen gleichwertigen Citation-Index erzielen können wie jene Wissenschaftler, die in einem Feld mit zehntausend anderen Wissenschaftlern arbeiten. Ein Aussterben jener Gebiete, durch den niedrigen Citation-Index als "uneffektiv" gelabelt, ist voraussehbar. Tschüß, Astrophysik.
Man sollte auch nicht vergessen, daß die Forscher für ihre Finanzierung selbst sorgen müssen. Es mag für die Menschheit eventuell hilfreich sein, wenn eine seltene vererbbare Muskelkrankheit beforscht wird und man darüber Einsichten in Funktionsweisen bestimmter Proteine erhält, die man andernfalls gar nicht entdeckt hätte. Aber die Chance dafür wird in Zukunft geringer sein, weil die finanziellen Mittel für Forschung während der letzten Jahre in den großen Industriestaaten beschnitten wurden. Also überlegt sich der clevere Forscher im Vorfeld, wie groß die Chance ist, daß jemand in der Kommission Geld für diese seltene Muskelkrankheit rausrücken wird. Letztendlich wird er also lieber auf das sichere Pferd setzen und sich ein Thema in einem großen Gebiet aussuchen. Ganz autark und doch weitestgehend durch die gesellschaftlichen Gegebenheiten gesteuert.

Eine herbe Enttäuschung, daß alle diese Aspekte in dem Science-Beitrag vollständig ausgespart bleiben und stattdessen digitale Maschinenstürmerei von einem Soziologen betrieben wird. Aber vermutlich kann man auch für diese Entwicklung eine hochsignifikante Korrelation zur Häufigkeit der Internetnutzung erstellen.

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Oha. Unser aller Lieblingskünstler Banksy ist also enttarnt worden. Er heißt in Wirklichkeit Robin Gunningham. Vielleicht. Denn jemand hat ein Foto geschossen, auf dem eventuell Banksy zu sehen ist, den jemand als einen Schulabbrecher aus früheren Tagen wiedererkannt zu haben meint. Wobei die Anzahl der Fotos, auf denen Banksy zu sehen sein soll, mittlerweile die Zahl seiner Stencils überschreiten dürfte. Und auf allen Fotos sieht er anders aus! Also dürfen wir uns auf die zukünftigen Enthüllungen freuen, daß Banksy in Wirklichkeit Graham Snider, Elton John, Margaret Thatcher, Inspektor Closeau oder King Kong ist.
Wen kümmert es, solange seine Arbeit weiterhin so einfallsreich und öffentlichkeitswirksam bleibt.



P.S.: Den besten Kommentar zum Thema hat eh Banksy himself abgegeben.

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Sonntag, 20. Juli 2008
Endlich gibt es eine deutsche Veröffentlichung des japanischen Filmes Tampopo. Originalformat, deutsche und japanische Tonspur, deutsche und englische Untertitel - hört sich alles fabulös an. Also los, die DVD von Savoy/Sunfilm kaufen!

Wer noch nicht überzeugt ist, hier meine etwas ältere Besprechung des Filmes.

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Sterben und Tod ist meistens in der Realität alles andere als das, was uns die Hochglanzfotografie der Werbeindustrie verklickern will. Vermutlich wird die Verdrängung des einen wie das Erblühen des anderen aus derselben psychologischen Quelle gespeist.
Beide Aspekte kommen wieder in Berührung in den Werken von Daniela Edburg, einer dreißigjährigen amerikanischen Künstlerin, die sich dem Thema Tod in hyperstilisierten Bilderwelten nähert.



Death by cottoncandy, 2006


Die jungen Frauen, Freundinnen der Künstlerin, die in ihrer angestammten Umgebung fotografiert werden, werden in tableauartigen Installationen mit den tödlichen Leckereien inszeniert. Gedankenloser Überfluß ist eben nicht nur der Tod der Figur, wie auch Wall-E uns gemahnt. Besonders fein neben der ästhetischen Qualität der Bilder ist der Referenzrahmen, auf die die Fotos verweisen. Werke aus der Geschichte der Malerei werden ebenso wie filmgeschichtliche Bezüge eingearbeitet. Wenn man bedenkt, daß Daniela Edburg diese Arrangements nur wegen zeichnerischer Unfähigkeit angefangen hat, kann man nur ein Loblied auf die menschliche Unvollkommenheit anstimmen.

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Kasimir wird schmerzlich vermißt. Vermutlich in der Intensivstation, auf hoher Dosis Lolcats hängengeblieben.
Traurig, das.

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Freitag, 4. Juli 2008
Der Hollywood-Reporter vermeldet, daß der britische Independent- Verleiher Tartan Insolvenz angemeldet hat. Die Auswirkungen des lebendigen Labels auf die britische Kinolandschaft dürfte das deutsche Publikum weniger beschäftigen als der Zusammenbruch der DVD-Abteilung des regen und experimentierfreudigen Labels. Nicht wenige asiatische und europäische, insbesondere mediterrane, Außenseiterfilme haben nur dank Tartan ihren Weg in die DVD-Distribution gefunden.
Ein Verlust, reicht Tartans Wirken schließlich bis in die Fünfziger Jahre zurück.

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Dienstag, 1. Juli 2008
Immerhin könnte ich in einer Minute und 17 Sekunden noch einen Blick in die Runde werfen. Dennoch habe ich das vage Gefühl, ich werde auch in Zukunft die Benutzung von Teleskopen zur Sternenbetrachtung bevorzugen.
How long could you survive in the vacuum of space?

Besonders die Nebenwirkungen der Aktion sind wenig ansprechend:

In the first 30 seconds any fluid on the surface of your body would begin to boil due to lack of ambient pressure, this includes the saliva on your tongue and the moisture in your eyes. Your eardrums would most likely burst due to the pressure in your body trying to equalize with the vacuum outside. Unlike what some science fiction films have suggested, your body would not explode.

After the first 15 seconds you would lose consciousness. If you held your breath you could potentially stay alive longer but you risk pulmonary trauma. If you didn't hold your breath you'd pass out sooner, but your lungs might have a better chance of avoiding permanent damage.

The pressure in your veins would rise until your heart no longer had the capacity to pump blood, at which point you'd die.

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