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  Critics cleines Blog - wie die amerikanische Axt im Waldi
Samstag, 7. November 2009
Ich war schon kurz davor, diese Hausschuhe im Brotdesign zu bestellen. Bis ich merkte, daß es sich gar nicht um ein Design handelt, sondern um ... Brot. Nun will ich gar nicht davon anfangen, was für eine beknackte Idee es ist, sich für 30 Euro zwei angenagte Brote aus Finnland zu bestellen, oder den Hinweis anbringen, daß die Haltbarkeit der Schuhe sich wohl in Minuten berechnen läßt. Auch die Kunstdiskussion klammere ich mal aus.

Stattdessen möchte ich lieber auf das alte Märchen der Gebrüder Grimm verweisen, in dem ein wunderschönes Mädchen mit einem Brotlaib unterwegs ist. Auf dem Weg findet sich eine große Pfütze. Sie legt das Brot in diese hinein, um ihre schönen Schuhe nicht zu beschmutzen. Das ist keine gute Idee, denn als sie darauf tritt, versinkt das Mädchen samt des Brotes im Erdreich. Würmer und allerlei ekliges Getier kriecht auf ihr herum und sie ist auf immer verdammt, dort unten zu hausen.

Ich würde mal sagen, diese Gesellschaft steckt auch schon ganz schön tief in der Scheiße.

Update: Hier die Antwort der finnischen Künstler auf meine Nachfrage. Das erwartete postmoderne Geblubber von Konzept und Kritik:

" Bread Shoes are made from real Bread and are Souvenier
- conceptual design product, not good for using them as real shoes on foots.
Our design is a form over function.
We are creating experimental design, design concepts and new design products.
I it is a critique for “beautiful”functional design. It’s not silly.
We analyse design for reaction.
This product is for clever people,who feels we are talking about.
This is not a product for Money.
This product comes with a concept – let it be a souvenir.
We took a product from Food Market and did a reincarnation.
it is not hardened, and it is not weather-resistant.
It is a natural product from real Bread.
Bread Shoes feels very good in dry climate.
(We own Bread Shoes ourseves. One shoe is dead, another is fine, five years old.
We wearing it like a box for new soup)
In wet climate and rain they goes mold, mushy and washy, comic and funny…
It’s design like a joke for fantasy to restart your brains.
It is a souvenir to put on TV or a Show to your neighbours, not good for using them as real shoes.
Our design gives text message, that gives people new thinking, what they imagine and what they loved."

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Mittwoch, 21. Oktober 2009
Man glaubt es nach den Auswirkungen neoliberaler Politik vom vergangenen Herbst kaum, aber die Marktliberalen der FDP sind weiter auf dem Vormarsch. In den Koalitionsvereinbarungen haben sie zusammen mit der CDU längere Laufzeiten für Atomkraftwerke festgeschrieben. Adam Smiths unsichtbare Hand wird die Radioaktivität schon irgendwie gleichmäßig auf die Bevölkerung verteilen und zur Not zieht man einfach weit genug weg von den Endlagerstätten. Die USA haben schon längst eine bessere Lösung vorgeschlagen - man nehme einfach billiges südamerikanisches Land als Endlagerstätte, wo die Toten nicht so viel kosten.

Auch in puncto Netzpolitik steht unregulierte Eigeninitiative ganz oben auf der Agenda. Netzneutralität braucht man nicht, weil der Markt es schon irgendwie richtet. So wie er auch schon das Eisenbahnnetz der USA, die Wohnbedingungen in Rio de Janeiro und die gut funktionierende Börse zugerichtet hat.

Nur bei Hartz IV gibt es noch erklecklichen Nachbesserungsbedarf. He, FDP! Die Zielsetzung darf man doch nicht der Kontrollwut des bürokratischen Bundesverfassungsgerichts überlassen. Als kleine Argumentationshilfe hier ein Beispiel für die erfolgreiche Aktivierung unwilliger Bürger durch niedrige Regelsätze:


Direkt Aktivierung

Ihr dürft euch auch gern meinen Vorschlag zur kostengünstigen Hartz IV Abwicklung unter den Nagel reissen. Mal ehrlich, welche Chance hätte ich schon, eine Abmahnung gegen euch durchzubekommen - ganz im Gegensatz zu eurer Klientel gegen mich?

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Mittwoch, 7. Oktober 2009
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Lesebrille

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Am 7. Oktober vor 20 Jahren wollten bekanntlich mehr als nur zwei auf die Reise gehen. Gut war es, da es mehr wurde als nur eine Spritztour. Schlecht ist es, da es eine Exkursion in die Vergangenheit zu werden scheint. Jeder Revolutionär löse zuerst seine Bahnsteig- karte! Zurückbleiben von der Bahnsteigkante! Zurückbleiben!


DirektAbfahrt

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Wie die vereinheitlichte Presse heute meldet, prescht die FDP in puncto Bürgergeld lobenswerterweise bei den Koalitions- verhandlungen vor. "Wir wollen Hartz IV durch ein leistungsfreundlicheres und arbeitsplatzschaffendes Bürgergeld ersetzen", so laut tagesspiegel Hermann Otto Solms. (Sie kennen ihn vielleicht noch aus Videos wie Grimmelhausens Steuermodell.)

"Eine Abschaffung der wuchernden Regularien", ergänzte der FDP Vorsitzende Guido Westerwelle, "sei aus Gründen der Verschlankung des Staatsapparates dringend angeraten." Experten der Partei hätten kalkuliert, daß die Umstellung auf ein Bürgergeld mehr als nur kostenneutral für den Staat erfolgen könne. Als günstigste Auszahlungsmodalität hätten sie einen Einheitsbetrag von 0,00 € errechnet, den man zu Ehren des Kanzlers der Einheit als Kohl-Geld in den Gesetzentwurf einschreiben wolle. Die freiwerdenden Sachbe- arbeiterkapazitäten seien geeignet, obligatorische Arbeitskrafts- aktivierungsmaßnahmen nachdrücklich zu begleiten; man hätte auch andernorts gute Erfahrungen mit diesem Konzept gemacht.

Erfreut wurde diese Entwicklung von weiteren Gegnern des Hartz IV Konzeptes zur Kenntnis genommen.

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Freitag, 2. Oktober 2009
DirektTerroristen

via Spreeblick

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Donnerstag, 1. Oktober 2009
Die Religion befindet sich permanent in Rückzugsgefechten. Immer mehr ihrer ursprünglichen Funktionen wurden säkularisiert und ihre ehemalige Erklärungshoheit wurde durch wissenschaftliche Erkenntnisse massiv bedroht. Die Kulturwissenschaften machen Hinz und Kunst als Religionsersatz aus, mal ist es der Markenfetischismus, mal die Plastische Chirurgie, mal der Weather channel. Ist die Religion ein zukünftiger Dodo?
Nein! Mitten aus der Aufklärung schlägt die Metaphysik zurück! Adorno hat es schon immer gewußt und hier haben wir den Beweis*. Wie das Alien aus Kane herausbricht, so springt uns die neue Religion entgegen aus dem Hort der Rationalität - der Werbung! Aber sehen Sie selbst sofort und konvertieren später:

Direkt Erleuchtung

*Antimetaphysiker würden jetzt kleinlich von "Beispiel" reden, aber die sind auch nicht von Gott persönlich beauftragt worden.

Dies ist ein Update zu Die dunkle Macht der Werbung.

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Mir ist eben zum ersten Mal bewußt geworden, in welch kurzem Zeitraum der institutionalisierte Faschismus gewütet hat. Klar, zwölf Jahre, lernt jeder in der Schule. Aber wenn man bedenkt, welche Verheerungen er europaweit in einer Zeitspanne angerichtet hat, die nur ein Bruchteil meines Lebens darstellt, dann erahnt man, mit welcher Tsunamiwirkung gesellschaftliche Prozesse über die Erde fegen können.

Ich brauche erst mal ein wenig Zeit, um das Grauen niederzukämpfen.

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Montag, 28. September 2009

via tagesschau.de

Ich gratuliere allen Bankern, Zahnärzten, Rechtsanwälten, Architekten, Aufsichtsratsvorsitzenden und Frau Merkel. Ein kleiner Anlagetip: Aktien von CCTV-Herstellern dürften in einem Jahr ordentlich Gewinn abwerfen.

Und, meine lieben Arbeitslosen, die ihr FDP und CDU gewählt habt, immer daran denken - die Regierung wird Millionen neue Arbeitsplätze für euch schaffen und drei werden jedem von euch gehören. Laßt die Korken knallen! Aber macht eure Leber nur kaputt, wenn ihr euch auch eine Krankenversicherung leisten könnt.

Update: Ach ja, bevor ich es vergesse, Bekkay Harrach, geh lieber zu 'nem anständigen Frisör als zu den versprochenen Jungfrauen. Hast auch Du länger etwas davon.

Update 2: Die Akteure des DAX reagieren erwartungsgemäß erfreut, 35 Stundenwoche und Mindestlohn sind eh überholte Konzepte für matte Hänger in der Hängematte und Autos kaufen Autos. Laufzeitverlängerung für AKWs ist wahrscheinlich, Solarenergie brauchen wir dann nicht mehr.

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Samstag, 26. September 2009
Lily Allen hat sich mächtig mit ihrem Kreuzzug gegen die Raubmordkopierer in die Nesseln gesetzt. It's not alright war Titel und Tenor ihres Blogs, in dem sie und andere Künstler die offizielle Meinung der Musikindustrie ausposaunten, die Verbreitung von Musik im Internet drücke den Künstlern die Luft ab. Absurd für mich war daran, daß ich von Lily Allen nur dank jenes knuffigen illegalen Videos gehört und mir daraufhin erstmalig eine ihrer CDs gekauft hatte. Absurd für alle war hingegen, daß Lily Allen in einer Suada über 50 Cent herzog, der die digitale Weitergabe als Teil eines erfolgreichen Marketings ansieht, das Verkäufe von CDs und Konzerttickets beliebter Musik fördert. Nun, nicht ihre Suada an sich war absurd, darüber ließe sich streiten, sondern daß sie jene von techdirt kopiert und unter ihrem Namen gepostet hatte. Als sie darauf hingewiesen wurde, war das natürlich ein ganz anderer Kopiervorgang als bei Musikliebhabern. Offenbar war ihr trotz des Rückhalts von Murdoch & Co irgendwann klar, daß ihre Attitüde damit gänzlich diskreditiert war; das Blog ist nach einer Woche wieder verschwunden. Auch aus dem Google Cache.

Nun könnte ich hier noch mal von allen Argumente berichten: von der Sinnlosigkeit, dem Kopieren Einhalt zu gebieten; von der Zeit, als die Musikindustrie froh war, mit der CD ein leicht kopierbares neues Medium zu haben; von der Leichtfertigkeit der Rechnung x Downloads = x Verkäufe; von der Dreistigkeit der Abmahnindustrie; von dem Unsinn, eine Plattenfirma würde einen Künstler nicht fallenlassen, wenn der keine Verkäufe bringt; von den wesentlichen Faktoren für meine Käufe - interessante Musik, geregeltes Einkommen, Verfügbarkeit im mp3-Laden meines Vertrauens. Aber wozu sich die Arbeit machen, wenn es jemand anders schon tat? Und noch dazu unterhaltsamer rüberkommt?

DirektOffenerBrief
via p2pnet & netzpolitik.org

Update: Noch besser ist nur, daß laut techdirt auf Lily Allens Seite Musikstücke herunterladbar sind, für die sie keine Verwertungsrechte hat. Die schärfsten Kritiker der Elche ... naja, Sie wissen schon.

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Abschlußkundgebung der Spitzenkandidaten bei bleib-passiv.de

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